Was kann das Frühwarnsystem “Stoffwechselmonitoring” des LKV Bayern?

Stoffwechselmonitoring

Was kann das „Stoffwechselmonitoring“ des LKV Bayern?

Das Stoffwechselmonitoring des LKV Bayern basiert auf dem Vergleich von Milch-Infrarotspektren zwischen gesunden und erkrankten Tieren. Schon sehr früh ist ersichtbar, für welche Tiere ein Stoffwechselrisiko besteht. „Super, dass ich die Kühe mit subklinischen Ketose sofort erkenne“, freut sich Landwirt Michael Strobel.

Kurz erklärt: Stoffwechsel-Monitoring

Das Stoffwechsel-Monitoring ist ein Frühwarnsystem zur Erkennung von Stoffwechselstörungen bei Milchkühen. Im Zeitraum vom 5. bis zum 50. Laktationstag kann das System eine Aussage über deren Stoffwechsel- und Ketose-Risiko treffen.

LKV-Tierarzt Dr. Stefan Plattner hat das Stoffwechsel-Monitoring mitentwickelt.

Seit wann gibt es das Stoffwechsel-Monitoring?

Mit der Entwicklung des Stoffwechsel-Monitoring wurde bereits 2014 im Rahmen eines gemeinschaftlichen Forschungsprojektes begonnen, an dem das LKV Bayern, der Milchprüfring Bayern und die Klinik für Wiederkäuer der LMU München beteiligt waren. Nach Abschluss der Betriebsbesuche, Datenauswertung und Modellentwicklung wurde das Frühwarnsystem ab Ende 2019 schrittweise zuerst in den MLP-Zwischenbericht, danach auch in den LKV Herdenmanager eingebaut.

Worauf basiert das Stoffwechsel-Monitoring?

Das Frühwarnsystem beruht auf dem Vergleich von Milch-Infrarotspektren zwischen gesunden und nachweislich erkrankten Tieren. Aus diesem Vergleich konnte ein Modell entwickelt werden, welches für Frischlaktierende das Risiko eines verstärkten Fettabbaus (Stoffwechsel-Monitoring) und/oder einer vermehrten Ketonkörperbildung (Ketose-Monitoring) ausgibt.

Wo finden Landwirte das Stoffwechsel-Monitoring?

Die Monitoring-Ergebnisse sind im MLP-Zwischenbericht (Abschnitt Stoffwechselmonitoring), im LKV-Herdenmanager (Maske Stoffwechselmonitoring) und seit kurzem auch in der LKV-Rind App (Maske Auffällige Tiere) einsehbar.

Tabellarische Darstellung der Tiere zwischen dem 5. und 50. Laktationstag und deren Ergebnissen im Stoffwechsel- und Ketose-Risiko

Wie werden die Ergebnisse angezeigt?

Die berechneten Risikostufen werden für das Stoffwechsel- und das Ketoserisiko getrennt ausgegeben. Weitere Infos finden Sie hier. Grundsätzlich gibt es 3 verschiedene Stufen:

Geringes Risiko:

Zeigen beide Module ein geringes Risiko an, so ist der Stoffwechsel der Kuh mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit stabil.

Mittleres Risiko:

Bei einem mittleren Risiko lassen sich mit Hilfe der Infrarotspektroskopie erste Hinweise finden, die auf einen erhöhten Fettabbau und/oder auf erhöhte Ketonkörperwerte hindeuten. Eine übermäßige Belastung des Stoffwechsels ist wahrscheinlich.

Hohes Risiko:

Bei einem hohen Risiko treten infolge einer sehr starken Stoffwechselbelastung (massiver Fettabbau und/oder erhebliche Ketonkörperbildung) deutliche Veränderungen in den Milchinhaltsstoffen bzw. den Infrarotspektren auf. Der Stoffwechsel der betroffenen Kuh scheint enorm belastet zu sein, eine Erkrankung ist sehr wahrscheinlich oder bereits vorhanden.

Was ist neu?

Mit dem Update im Mai 2021 wurden die Ergebnisse aus mehreren Folgeprojekten mitberücksichtigt, sodass nun für das Stoffwechsel- und Ketoserisiko eine rasseindividuelle Kalibrierung erstellt werden konnte. Dadurch wurde die Aussagekraft v.a. für Braunvieh und Holstein-Frisian Kühe weiter gesteigert.

Hier geht’s zum Interview “Was bringt das Frühwarnsystem ‘Stoffwechselmonitoring’ für die Praxis?”

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