LKV-Milchviehproduktionsberaterin für Fütterung und Haltung

LKV-Milchviehproduktionsberaterin für Fütterung und Haltung

– der perfekte Job, wenn man gerne unter Landwirten und Kühen unterwegs ist

Jeanette Stockbauer ist 33 Jahre, arbeitet seit 2017 in Vollzeit als LKV-Milchviehproduktionsberaterin und hat sich auf die Bereiche Fütterung und Haltung spezialisiert. Bereits während ihrer Ausbildung legte sie ihren Schwerpunkt auf Milchkühe und die optimale Bewirtschaftung von Grünland.

Was sind die Aufgaben einer LKV-Milchviehproduktionsberaterin?

Ca. 70 % meiner Arbeitszeit nehmen Fütterungsberatungen ein, Haltungsberatungen etwa 20 % und den Rest meiner Zeit berate ich Landwirte zur Düngebedarfsermittlung und leite Arbeitskreise. Bei den Fütterungsberatungen gehe ich zusammen mit den Betriebsleitern durch den Stall und wir schauen uns das Grundfutter, die Ration am Futtertisch, die entsprechende Kraftfutterzuteilung und die Tiere an. Neben der Verdauungsrestbewertung durch das Auswaschen von Kot, der Rationskontrolle und -berechnung sowie der Grundfutterbewertung, beurteile ich u. a. die Körperkondition und das Erscheinungsbild der Tiere. Bei den Kuhkomfort-Beratungen steht das Milchvieh im Vordergrund, aber auch Jungvieh- und Kälberställe können in Bezug auf Tierwohl und Optimierung der Haltungsbedingungen betrachtet werden. Ich messe z. B. die Liegeboxen und Fressplätze aus, bestimme ob die Lüftung richtig positioniert als auch eingestellt ist und plane Umbaulösungen. Anbindehalter fragen vermehrt nach, wie viele Tiere inkl. Melkplatz und Nachzucht bei einem Umbau zum Laufstall untergebracht werden könnten. Die Düngeberatung wird vor allem im Winter nachgefragt. Ich biete den Landwirten Hilfestellung bei der Lagerraumberechnung sowie  der Düngebedarfsermittlung. Zusätzlich leite ich zwei Arbeitskreise für Bäuerinnen, bei denen ich mich jeweils sechs Mal pro Jahr mit erfahrenen Betriebsleiterinnen und Neueinsteigerinnen treffe. Bei Bedarf arbeite ich neue Kollegen ein und gebe Praktikanten und Referendaren der AELFs Einblicke in meine Arbeit.

So könnte Ihr zukünftiger Arbeitsplatz aussehen.

Wie sehen Ihre Arbeitstage aus?

In der Regel habe ich täglich zwei Beratungstermine, meist einen am Vormittag und einen am Nachmittag. Die Beratungen dauern inklusive der Rationsberechnung zwischen zweieinhalb und vier Stunden. Daheim im Büro schreibe ich dann die Protokolle, erledige die Vor- und Nachbereitungen und berechne die Futterrationen, die zusätzlich zu den Betriebsbesuchen angefragt werden. Dazu kommen Schulungen, Fortbildungen und Dienstbesprechungen.

Wie viele Betriebe betreuen Sie?

Aktuell berate ich 85 Milchviehbetriebe im Bereich Fütterung und jährlich ca. 50 Milchviehbetriebe in der Tierhaltung. Diese liegen südlich von Traunstein, im Berchtesgadener Land sowie im Rosenheimer Land.

Wie war der Einstieg für Sie?

Angefangen habe ich mit der Haltungsberatung, relativ schnell kam dann die Fütterungsberatung dazu. Dafür wurde ich intensiv im Rahmen der LKV-Beraterausbildung geschult, von meinen Kollegen eingearbeitet und hervorragend durch das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Traunstein betreut. Nach wie vor sind meine Kollegen wertvolle Ansprechpartner und die Abteilung Beratung unterstützt bestens. Zudem wurde ich gut mit Beratungsutensilien ausgerüstet, wie z. B. einem Sieb zum Kotauswaschen, einem Lasermessgerät und einer Temperaturmesssonde.

Was gefällt Ihnen an Ihrer Arbeit?

Ich helfe gerne Landwirten dabei, ihre Betriebssituation zu optimieren und das Tierwohl zu verbessern. Auch der Umgang mit Menschen und die flexible Zeiteinteilung gefallen mir sehr. Dabei ist das Homeoffice eine optimale Ergänzung zum Außendienst. Die gute Zusammenarbeit mit den Kollegen und Betrieben machen meine Arbeit zu einer erfüllenden Tätigkeit.

Martina Leißner

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