Kompetenz-Netzwerk KNeDL: Innovative Lösungen für eine nachhaltige Zukunft der Landwirtschaft in Bayern

Kompetenz-Netzwerk KNeDL: Innovative Lösungen für eine nachhaltige Zukunft der Landwirtschaft in Bayern

Das Kompetenz-Netzwerk Digitale Landwirtschaft (KNeDL) will Austausch und Kooperation zwischen Wirtschaft, Wissenschaft, Verbänden und staatlichen Stellen branchen- und länderübergreifend stärken.

Abbildung: KNeDL

Der Einsatz von modernen Technologien und digitalen Werkzeugen ermöglicht Landwirtinnen und Landwirten heute ihre Arbeit effizienter und ressourcenschonender zu gestalten. „Tatsächlich haben digitale Techniken schon früh Einzug in die Landwirtschaft erhalten, wie z. B. der Einsatz von automatischer Klima- und Umweltsteuerung in Nutztierställen. Die letzten Jahre haben aber noch einmal deutliche Weiterentwicklungen hervorgebracht, angefangen von automatischen Melksystemen bis hin zur Gesundheitsüberwachung und der vernetzten Datenanalyse“ so Kathrin Schuberth, Projektmanagerin im Kompetenz-Netzwerk Digitale Landwirtschaft Bayern (KNeDL).

Kathrin Schuberth, KNeDL ist beeindruckt von den Möglichkeiten digitaler Technologien in der Tierhaltung. Foto:KNeDL

Das Kompetenz-Netzwerk Digitale Landwirtschaft Bayern (KNeDL) ist eine Initiative des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und bei der Bayern Innovativ GmbH angesiedelt. Das Netzwerk möchte durch einen offenen Austausch mit allen Interessierten, den Einsatz von digitalen Technologien in der Landwirtschaft und insbesondere in der Tierhaltung verbessern, um dadurch die Effizienz und den Gewinn für die Betriebe zu steigern.

Dazu können künstliche Intelligenz (KI), Robotik oder auch datengestützte Entscheidungsunterstützung und Prozessoptimierung zählen. Aber auch neue, zusätzliche Ansätze zur Diversifikation der Lebensmittelproduktion, wie Vertical Farming gehören dazu. Somit besteht eine Kernaufgabe im KNeDL darin, Markt- und Technologietrends zu identifizieren und zu kommunizieren. Aber auch deren Konsequenzen mitzudenken. Dadurch ist das Netzwerk auch ein wichtiger Impulsgeber für Entscheidungsträger der Agrarbranche. Ebenso profitieren Start-ups von den Erfahrungen und Ressourcen des Netzwerks und werden mit Förder- und Beratungsprogrammen entsprechend unterstützt. Dabei ist es KNeDL besonders wichtig, dass die Entwicklungen praxisnah und an den Bedürfnissen der Landwirtinnen und Landwirte orientiert sind.

Von Robotern bis hin zu Tierwohl-Apps: Digitale Anwendungen unterstützen bereits an vielen Stellen

Die Datenerhebung und Verwendung von Informationen von beispielsweise Sensordaten oder Sattelitenbilder, in Kombination mit dem Einsatz autonomer Maschinen zur Vereinfachung von Arbeitsprozessen, wird in Zukunft einen wichtigen Beitrag für eine nachhaltigere Landwirtschaft leisten. Gesammelte Daten werden analysiert und mithilfe von Algorithmen ausgewertet, um beispielsweise den optimalen Einsatz von Dünger, Pflanzenschutzmitteln oder Wasser zu bestimmen und somit Erträge zu steigern und Ressourcen zu schonen. Das war ein Fazit der Veranstaltung „Smarte Helfer auf Bayerns Feldern“, zu dem das Kompetenz-Netzwerk zusammen mit der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) in den Siemens Techno Park nach Ruhstorf a.d.Rott eingeladen hatte.

Weiterführende Informationen zum Einsatz autonom arbeitender Maschinen finden Sie im kostenlosen Whitepaper „Digitalisierung in der Landwirtschaft – Wie Roboter Feld und Stall verändern“ unter www.knedl.bayern

Bayern Innovativ trägt mit seinem Kompetenz-Netzwerk Digitale Landwirtschaft Bayern dazu bei, Chancen der Digitalisierung zu nutzen wie Projektleiter Christian Metz erläutert: „Wir möchten Digitalisierung nicht nur um der Technik willen fördern, sondern um die Landwirte und Landwirtinnen bei ihrer wichtigen Arbeit zu entlasten. Dazu vernetzen wir branchenübergreifend zahlreiche Unternehmen und Forschnungseinrichtungen, die sich mit Digitalisierung beschäftigen und versuchen mit diesem Netzwerk mittel- und langfristig praxisrelevante Anwendungen zu fördern.“

Christian Metz, KNeDL will die Digitalisierung fördern, um Landwirte zu entlasten. Foto: KNeDL

Precision Livestock Farming

Genauso wie bei der Feldarbeit, kommen auch bei der Tierhaltung digitale Technologien vermehrt zum Einsatz. Datenerfassung, Datenaufbereitung und Datenaustausch zur Optimierung der Tierhaltung werden als Precision Livestock Farming (PLF) zusammengefasst. PLF-Technologien haben das Potenzial, die Tiergesundheit zu verbessern, die Kosten durch den verbesserten Einsatz von Futter und Medikamenten zu reduzieren, sowie Produktion, Lebensmittelqualität und -sicherheit zu verbessern. Insgesamt zielt PLF darauf ab, die Tierhaltung nachhaltiger, effizienter und effektiver zu machen, indem es landwirtschaftlichen Betrieben die Werkzeuge an die Hand gibt, um eine bessere Kontrolle und Überwachung ihrer Tierbestände zu haben. Diese digitalen Tools ermöglichen nicht nur Arbeitszeiteinsparungen, sondern auch die Möglichkeit zum richtigen Zeitpunkt die richtige Entscheidung zu treffen.

Im Whitepaper wird ebenso das vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft geförderte Experimentierfeld „DigiMilch“ vorgestellt. Praxisnah wird hier auf landwirtschaftlichen Betrieben untersucht, wie digitale Technologien optimal zum Schutz der Umwelt, zur Arbeitserleichterung und zur Steigerung des Tierwohls eingesetzt werden können. DigiMilch hat sich unter anderem zum Ziel gesetzt, die Standardisierung des Datenaustauschs voranzubringen und damit die Zusammenarbeit von Robotern, Sensorsystemen und Managementsystemen effizienter zu machen.

„Robotik ist längst die Schlüsseltechnologie, um Umweltschutz und Tierwohl mit Wettbewerbsfähigkeit und Arbeitserleichterung zusammenzubringen.“, betonte die Bayerische Staatsministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Michaela Kaniber im Oktober 2022 auf der KNeDL-Veranstaltung „Smarte Helfer auf Bayerns Feldern“ in Ruhstorf a.d.Rott.

Tierwohl-Apps

Über Tierwohl Apps, wie der LKV-Tierwohl App oder der LKV-Rind App können Daten erfasst und aufbereitete Daten bequem abgerufen werden. Die Tierhalter können den Gesundheitszustand ihrer Tiere, teilweise einschließlich Gewichtsveränderungen, Fortpflanzungsdaten und medizinischen Behandlungen dokumentieren und genau verfolgen. Darüber hinaus können diese Anwendungen aber auch zum Datenaustausch zwischen den Landwirtinnen und Landwirten und Dritten dienen. Fütterungsberater könnten mit den zur Verfügung stehenden Daten die Rationen gezielter anpassen, um eine optimale Futteraufnahme und damit die Gesundheit und Leistung der Tiere zu gewährleisten.

Cybersicherheit in der Landwirtschaft muss besser werden

Die Datensicherheit in der Landwirtschaft wird aufgrund des zunehmenden Einsatzes von Technologie und Datenerfassung immer wichtiger. Die landwirtschaftlichen Betriebe müssen sicherstellen, dass sie die notwendigen Zustimmungen für den Austausch von Daten haben und die Daten sicher und geschützt übertragen werden.

„Cyberkriminalität boomt und auch die Landwirtschaft ist davor nicht gefeit. Kein Wunder, wenn man daran denkt, wie viel digitale Technik heute schon in Bayerns Bauernhöfen steckt.“, betonte die Bayerische Staatsministerin für Digitales Judith Gerlach auf der Robotikveranstaltung in Ruhstorf. Die Ministerin sprach weiterhin, dass „diese zunehmende Komplexität die Strukturen immer verwundbarer macht. Ein gezielter Angriff wie im letzten Jahr auf Österreichs drittgrößte Molkerei genügt, um einen unvorstellbaren Schaden anzurichten.“

Der Mensch ist wie bei vielem hier eine Schwachstelle im System und stellt ein häufiges Einfallstor für Cyberangriffe im privaten und beruflichen Umfeld dar. Bereits beim Aufbau digitaler Infrastrukturen sollte der Schutz vor Angriffen stets mit bedacht werden und landwirtschaftliche Betriebe sollten eng mit Expertinnen und Experten zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass sie über die neuesten Entwicklungen im Bereich der Datensicherheit informiert sind und ihre Systeme entsprechend aktualisieren können. Laut einer Umfrage der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) im Jahr 2020 mit 2.390 Teilnehmenden sahen 56% ihre betrieblichen Daten auf dem lokalen Rechner am besten geschützt. In Cloudlösungen hätten sie wenig Vertrauen. Cybersicherheit und Datenschutz ist aus diesem Grund ein wichtiges Thema im KNeDL, indem über mögliche Gefahren aufgeklärt und Schwachstellen aufgezeigt werden.

Erfolgsstory: Digitaler Zwilling in der Landwirtschaft

Ein aktuelles Thema bei Projektumsetzungen in der Industrie sind Digitale Zwillinge. Sie erlauben, ein Objekt oder ein System, z.B. einen landwirtschaftlichen Betrieb virtuell abzubilden. So können Simulationen durchgeführt, Leistungsprobleme und Optimierungsmöglichkeiten untersucht und daraus wertvolle Schlüsse für das reale physische Objekt gezogen werden.

Ergibt es aber wirklich Sinn, alle beteiligten Akteurinnen und Akteure und Systeme zu vernetzen? Andreas Dörr aus Ostheim hat diese Frage für sich bejaht. Er ist Finalist des Ceres Awards, Zweitplatzierter des Bayerischen Digitalpreisesund Teil des KNeDL-Netzwerks, Der Agraringenieur hat alle seine Maschinen hat vernetzt und via Cloud von überall aus im Griff darauf. Zusammen mit dem Software- und Technologieunternehmen Esri hat Andreas Dörr einen Digitalen Zwilling seines Hofes erstellt.

V.l.n.r: Christian Metz, Leiter KNeDL, Judith Gerlach, Staatsministerin für Digitales und Andreas Dörr, Preisträger des Bayerischen Digitalpreises. Foto: KNeDL

„Die Gesellschaft und die Politik erwarten immer mehr von uns Landwirten. Die Digitalisierung soll aus meiner Sicht dabei helfen, dem Landwirt als Entscheidungshilfe – unkompliziert – zur Verfügung zu stehen. Die Digitalisierung muss hierbei vor allem smart sein, nur wenn der Landwirt eine echte Erleichterung bei seiner Arbeit erfährt, wird er diese gerne annehmen.“, so Andreas Dörr.

Die Vorstellung dieses Projekts und die Unterstützung, die der Digitale Zwilling für die Landwirtschaft mit sich bringt, waren Themenschwerpunkte auf der Veranstaltung „Smarte Landwirtschaft, Smarte Region – Der digitale Zwilling“ des Kompetenz-Netzwerks. Ausführliche Informationen dazu finden Sie unter www.knedl.bayern.

Wir sind auf Tour: Ausstellung „Smarte Landwirtschaft in Bayern“

Der Anspruch an die Produktionsbedingungen ist für die Gesellschaft deutlich in den Mittelpunkt gerückt. Mit der Ausstellung „Smarte Landwirtschaft in Bayern“ möchte das Kompetenz-Netzwerk Verbraucherinnen und Verbrauchern auf eine Reise in die Landwirtschaft des 21. Jahrhunderts mitnehmen. Das KNeDL zeigt interaktiv und unterhaltsam wie fortschrittlich die Landwirtschaft und wie wichtig die Rolle der Landwirtinnen und Landwirte ist. Die Ausstellung bietet somit nicht nur einen spannenden Einblick in die smarte Landwirtschaft, sondern klärt auch über ihre Rolle in unserer Gesellschaft auf.

Als Begleiter für den digitalen Wandel, Mitgestalter der modernen Landwirtschaft und Förderer von Innovationen hat sich der KNeDL zum Ziel gesetzt, das Image der Landwirtschaft sowie die Wettbewerbsfähigkeit gerade von mittleren und kleinstrukturierten Familienbetrieben zu stärken.

Werden auch Sie ein Teil dieses kreativen „Ökosystems“ für Forschung, Technologie und Innovation. Unterstützen und vernetzen Sie sich interdisziplinär. Tauschen Sie sich mit verschiedenen Akteuren und Akteurinnen der digitalen Landwirtschaft aus und gestalten Sie die zukünftige Landwirtschaft in unserem Netzwerk mit! www.knedl.bayern

Digitale Ökosysteme sind essenzielle Bausteine für die Landwirtschaft. (Foto: Bayern Innovativ) Abbildung: KNeDL

Team KNeDL und Bayern Innovativ

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