Was spricht für die Braunviehmast?

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Was spricht für die Braunviehmast?
Die niedersächsischen Rindermäster haben ein Faible für Braunvieh. Die gute direktkostenfreie Leistung könnte auch für die Bayern interessant sein.

Verfügbarkeit – Braunvieh en masse

In Bayern melken die Milchviehhalter Kühe folgender Rassen: 77 % Fleckvieh, 11% Braunvieh, 7 % Holstein Friesian und 6 % sonstige Rassen. Und die Rindermäster?! Die mästen am liebsten Fleckvieh. 56 % der vermarkteten männlichen Fleckviehkälber werden in Bayern aufgestallt. Beim Braunvieh sieht es anders aus. Ca. 99 % der vermarkteten männlichen Braunviehkälber werden bis zu 900 km transportiert, um in Niedersachsen gemästet zu werden. Nur 1 % der männlichen Braunviehkälber werden in Bayern gemästet.

Warum sind die männlichen Braunviehkälber im Norden so begehrt?

„Das liegt mit Sicherheit an den geringen Einstallkosten und der hohen Direktkostenfreien Leistung“, sagt Johannes Wiesmeier, LKV-Ringberater für Rindermast. Nach der aktuellsten Betriebszweigauswertung der Landwirtschaftskammer Niedersachsen liegen die Einstallpreise bei Braunviehstarterkälbern je Tier 203 € unter den Preisen für Fleckviehkälber. Der niedrigere Einkaufspreis basiert nicht nur auf den niedrigen Preisen je kg, sondern auch auf den geringeren Gewichten beim Einkauf der Braunviehtiere. 

Johannes Wiesmeier, LKV-Ringberater für Rindermast

Auch bei der Direktkostenfreien Leistung (DKfL) liegt Braunvieh vorne. So erreichten die Braunvieh-Starter 206 € gegenüber 198 € bei Fleckvieh. Bei den Braunviehfressern war die DKfL mit 177 € gegenüber 159 € bei Fleckviehfressern noch höher.

Was leistet Braunvieh in der Mast?
Auch hier muss unterschieden werden zwischen der Mast mit Starterkälbern und der Mast mit Fresser-Einstallung. Starterkälber wiegen durchschnittlich 79 bzw. 82 kg (Braunvieh und Fleckvieh) im Vergleich zu Fresserkälbern mit 195 bzw. 210 kg (Braunvieh und Fleckvieh).

Tageszunahmen und Futterkosten
Erwartungsgemäß ergeben sich niedrige Tageszunahmen für Braunvieh. Die Zunahmen betragen 1160 bzw. 1214 g (Starter und Fresser) gegenüber Fleckvieh mit 1271 bzw. 1292 g (Starter und Fresser). Die Futterkosten je kg Zuwachs sowie der Kraftfutterverbrauch sind bei Braunvieh- und Fleckvieh sehr ähnlich.

Schlachtgewicht und Ausschlachtungsgrad
Die Schlachtgewichte der Braunvieh-Starter sind mit durchschnittlich 422 kg und bei Fressern mit 429 kg um 12 bzw. 10 kg geringer als beim Fleckvieh. Der Ausschlachtungsgrad ist bei den Rassen fast identisch.

Klassifizierung und Fleischqualität
Deutlich schlechter fällt allerdings die Handelsklasseneinstufung aus. Nach Untersuchungen der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) erreichten 5% der Braunviehstarter die Handelsklasse U und 74% die Handelsklasse R. Die Braunviehfresser erzielten 10% U und 69% R. Im Vergleich dazu wurden bei den Fleckviehstartern ca. 59 % in Handelsklasse U und 37 % in Handelsklasse R (bei Fressern 55 % U und 41% R) eingestuft. Die Fleischqualität von Braunvieh ist gut und zeichnet sich im Geschmack, in der Zartheit und Saftigkeit aus.

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