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  • Schafe und Ziegen
    • Meldungen
    • Kennzeichen
    • Dokumentation

Schafe und Ziegen

Angefangen hat alles mit einer Tragödie: 2001 mussten im Rahmen der Bekämpfung der Maul und Klauenseuche (MKS) Millionen von Schafen und Ziegen geschlachtet werden, weil sie keine Kennzeichnung hatten und damit ihre Herkunft unbekannt war. Die unzureichende Kennzeichnung und Dokumentation hatte zur Folge, dass die Infektionsherde nicht rechtzeitig lokalisiert werden konnten. So mussten viele Betriebe die existenzbedrohende Tötung der Tiere hinnehmen, obwohl in vielen Fällen der Test auf MKS negativ ausfiel.

Ziegen

Nach diesen Erfahrungen hat die EU mit der Verordnung (EG) Nr. 21/2004 Regelungen zur Kennzeichnung und Registrierung von Schafen und Ziegen vorgegeben, die mit der Viehverkehrsverordnung (ViehVerkV) in deutsches Recht umgesetzt wurden. Die von der EU getroffenen Regelungen bezüglich elektronischer Kennzeichnung und Bestandsregister wurden im Oktober 2013 vom Europäischen Gerichtshof bestätigt.

Alle Schaf- und Zie­gen­hal­ter sind be­trof­fen

Die Vorgaben der ViehVerkV gelten für jede Form der Schaf- und Ziegenhaltung, unabhängig davon, ob es sich um landwirtschaftliche Betriebe, Transporteure, Viehhandel, Schlachtbetriebe, Sammelstellen, Zuchtverbände oder Freizeit- und Hobbyhaltung handelt.

Auswirkung auf Förderung

Schafe

Die gesetzlichen Vorgaben zur Kennzeichnung und Registrierung von Schafen und Ziegen sind Cross-Compliance-relevant und wirken sich im Fall von Beanstandungen auf die Direktzahlungen aus. Ausführliche Informationen zum jeweils aktuellen Stand finden Sie in den Checklisten der Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) und im Bereich Förderwegweiser des Bayerischen Landwirtschaftsministeriums.

Meldungen

Bewegungen (Meldung der Übernahme von Schafen und/oder Ziegen)

Jeder Schaf- oder Ziegenhalter ist verpflichtet die Übernahme von Schafen und Ziegen schriftlich über die Regionalstelle oder direkt in die HI-Tier Datenbank zu melden.

Die Meldung umfasst folgende Angaben:

Aufnehmender Betrieb Betriebsnummer 12-stellig
Abgebender Betrieb Betriebsnummer 12-stellig oder Leer, wenn der abgebende Betrieb außerhalb Deutschlands liegt, z.B. bei einer Einfuhr aus Österreich
Abgangsdatum Datum des Verbringens
Zugangsdatum nur wenn das Zugangsdatum vom Abgangsdatum abweicht
Anzahl übernommener Schafe
Anzahl übernommener Ziegen

Herkunftsland

wenn der abgebende Betrieb außerhalb Deutschlands liegt, z.B. in Österreich, entweder numerisch (040) oder als Alphacode (AT) angeben

Meldefrist: 7 Tage

Die Geburt, Verendung und Schlachtung werden in der HI-Tier nicht erfasst. Der Betrieb muss diese Ereignisse allerdings in seinem Bestandsregister vermerken.

Stich­tags­mel­dung

Zum 1. Januar (Stichtag) eines jeden Jahres ist der im Betrieb befindliche Bestand an Schafen und Ziegen, getrennt nach den Altersgruppen zu melden. Diese Verpflichtung gilt unabhängig davon, ob sich an diesem Tag Schafe und/oder Ziegen im Bestand befinden. Seit 2012 wird die Stichtagsmeldung auch im Rahmen von Cross Compliance-Kontrollen überprüft und kann im Fall fehlender oder verspäteter Meldungen zu Sanktionen führen.

Wie muss ich meine Tiere melden?

Die Meldung kann schriftlich über die Regionalstelle (LKV Bayern) oder direkt in HI-Tier erfolgen.

Die Meldung umfasst folgende Angaben:

Schafe und Ziegen
  • bis einschließlich 9 Monate
  • 10 bis einschließlich 18 Monate und
  • ab 19 Monaten

Meldefrist: bis 15. Januar

Was kostet die Stich­tags­mel­dung?

Alle Stichtagsmeldungen, die vom LKV Bayern erfasst wurden, sind gebührenpflichtig. Vom Tierhalter direkt in HI-Tier eingegebene Meldungen sind gebührenfrei. Handelt es sich um Meldungen, die über ein Jahr zurückliegen, können diese nur von der Regionalstelle erfasst werden und sind somit ebenfalls gebührenpflichtig.

Was ist, wenn ich nicht online melde?

Betriebe, die in HI-Tier als Schaf- und/oder Ziegenhalter geführt werden und die Stichtagsmeldungen des laufenden Jahres nicht online in HI-Tier vorgenommen haben, erhalten in der 2. Dezemberhälfte eine Benachrichtigung durch das LKV Bayern.

Text der Benachrichtigung: Stichtagsmeldung
Meldebogen: Formular

Was ist, wenn ich die Schaf- und/oder Ziegenhaltung aufgebe?

Die Stichtagsmeldung entfällt nur, wenn der Betriebstyp „Schafe” und/oder „Ziegen” unverzüglich und fristgerecht - vor dem 01.01 - beim zuständigen Landwirtschaftsamt beendet wurde. Solange die entsprechenden Betriebstypen in HI-Tier hinterlegt sind, besteht die Verpflichtung zur Stichtagsmeldung. Das LKV ist nicht berechtigt, Betriebstypen zu beenden.

Die Meldung von „0” Schafen und „0” Ziegen gilt nicht als Betriebsaufgabe, denn diese Abgabe besagt nur, dass am 01.01 keine Schafe und/oder Ziegen gehalten wurden, wobei völlig unklar ist, ob nicht doch geplant ist, im Laufe des Jahres wieder Tiere zu halten.

Wird trotz Aufgabe der Schaf- oder Ziegenhaltung der Meldebogen ausgefüllt zurückgeschickt, gilt dies als gebührenpflichtige Stichtagsmeldung.

Kenn­zeich­nung

Regeln

  • Schafe und Ziegen müssen 9 Monate nach der Geburt, spätestens jedoch beim Verlassen des Geburtsbetriebes, gekennzeichnet werden.
  • Ist sichergestellt, dass sie vor Vollendung des 12. Lebensmonats in Deutschland geschlachtet werden, ist die Kennzeichnung mit einer weißen Schlachtohrmarke (Bestandsohrmarke) ausreichend.
  • Schafe und Ziegen, die älter als 12 Monate sind oder exportiert werden (in Länder innerhalb der EU oder in Drittländer), müssen mit zwei Einzeltierkennzeichen markiert sein. Sind die Tiere nach dem 31.12.2009 geboren, muss eines der Kennzeichen einen elektronischen Transponder haben.

Folgende Kennzeichen sind verfügbar:

Aufbau der Kennzeichen

Einzeltierkennzeichen, gelb, Transponder-Ohrmarke/Ohrmarke

  • Beispiel: DE 01 09 999 99 999
  • Tierarten-Code für Schafe und Ziegen

Schlachtohrmarken, weiß, Einzel-Ohrmarke mit KFZ-Beschriftung

  • Beispiel: DE KFZ 999 9999

Das Sortiment

Das Sortiment entnehmen Sie bitte aus unserem Ohrmarkenkatalog

Preise Ohrmarken

Wünschen Sie einen Bolus zur Kennzeichnung Ihrer Schafe und/oder Ziegen, so finden Sie entsprechende Informationen zu den angebotenen Produkten.

Preise Bolus

Bolus ist nicht empfehlenswert!

Nach Rücksprache mit dem Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz kann die Verwendung des Bolus zur Kennzeichnung, obwohl von der Verordnung zugelassen, aus folgenden Gründen nicht empfohlen werden:

  • Das Setzen des Bolus kann erst ab einem gewissen Lebendgewicht erfolgen.
  • Das Setzen muss von einer sachkundigen Person erfolgen, da sonst die Gefahr von Verletzungen und in der Folge auch von Tierverlusten besteht.

Bestellung

Die Bestellung von Kennzeichen muss schriftlich erfolgen. Bestellformulare können Sie bei unseren Formularen herunterladen oder telefonisch bzw. schriftlich bei uns anfordern.

Tel.: 089/ 54 43 48 - 71

Bitte senden Sie die vollständig ausgefüllten Formulare ausreichend frankiert an die vorgedruckte LKV-Adresse.

Die Bestellungen werden einmal pro Woche bearbeitet und an die entsprechenden Hersteller weitergeleitet.

Die Bestellung sollte unbedingt rechtzeitig erfolgen, da die Lieferzeiten bis zu 4 Wochen betragen können.

Was mache ich beim Verlust einer Ohrmarke?

Verliert ein Tier sein Individualkennzeichen, ist es mit zwei neuen identischen Kennzeichen nach zu kennzeichnen. Das verbliebene Kennzeichen ist dafür zu entfernen und die Nachkennzeichnung ist umgehend im Bestandsregister (Teil C oder Teil B) zu dokumentieren.

Für Herdbuchtiere besteht die Möglichkeit bei Vorliegen der entsprechenden Herdbuchdokumente ein Ersatzkennzeichen zu bestellen, dass die gleiche Nummer hat wie das ursprüngliche Kennzeichen.

Kennzeichnung von Tieren aus EU-Mitgliedsstaaten:

Schafe und Ziegen, die aus EU-Mitgliedsstaaten eingeführt werden, behalten ihre ursprüngliche Kennzeichnung.

Kennzeichnung von Tieren aus Drittländern:

Schafe und Ziegen, die aus Drittländern eingeführt werden, müssen neu gekennzeichnet werden. Die ursprüngliche Kennzeichnung oder eine evtl. noch vorhandene Kennzeichnung des Herkunftslandes muss im Bestandsregister vermerkt werden.

Do­ku­men­ta­ti­on

Begleitpapier

Sobald Schafe oder Ziegen den Betrieb wechseln, hat der abgebende Betrieb dem aufnehmenden Betrieb ein Begleitpapier auszuhändigen. Dies gilt nur, wenn der abgebende Tierhalter seinen Sitz in Deutschland hat, da nur beim nationalen Handel von Schafen oder Ziegen ist ein solches Begleitpapier erforderlich ist.

Erforderliche Angaben:
  • Registriernummer des abgebenden Betriebes
  • Name, Anschrift des abgebenden Betriebes
  • Name und Anschrift oder Registriernummer des Bestimmungsbetriebes
    (dies kann auch ein Schlachtbetrieb sein).
    Bei Wanderschafherden Bestimmungsort oder Kopie der „Triebgenehmigung”.
  • Anzahl der verbrachten Tiere
  • Kennzeichen der verbrachten Tiere
    • ab 01.01.2011: Einzeltier-Nummer der ab 01.01.2010 geborenen elektronisch gekennzeichneten Tiere
    • ab 01.01.2015: die Einzeltier-Nummer auch der vor 01.01.2010 geborenen Tiere; bei Schlachtlämmern, die im Inland geschlachtet werden, die Nummer der Bestandsohrmarke
  • Name, Anschrift und Registriernummer des Transportunternehmers
  • Kennzeichen des benutzten Transportmittels
  • Datum und Unterschrift des abgebenden Tierhalters

Das Formular für das Begleitpapier finden Sie hier.

Bestandsregister

Jeder Halter von Schafen und/oder Ziegen ist verpflichtet ein Bestandsregister zu führen, das wie folgt aufgebaut ist:

Teil A Angaben zum Betrieb

  • Name und Anschrift des Tierhalters
  • Registriernummer des Betriebs
  • Nutzungsart (Zucht, Milch, Mast)
  • Ergebnis und Datum der letzten jährlichen Tierzählung am 1. Januar

Teil B Angaben zum Verbringen von Schafen und Ziegen

Beim Abgang von Tieren:

  • Datum des Abgangs
  • Name und Anschrift oder Registriernummer des Übernehmers
  • Name und Anschrift oder Registriernummer des Transportunternehmers
  • Kfz-Kennzeichen des Transportmittels
  • Kennzeichen des Tieres oder der Tiere
  • Anzahl, sofern Tiere mit derselben Kennzeichnung verbracht werden

Beim Zugang von Tieren:

  • Datum des Zugangs
  • Name und Anschrift oder Registriernummer des vorherigen Tierhalters
  • Kennzeichen des Tieres oder der Tiere
    Bemerkung: bei Tieren aus Drittländern ursprüngliche Kennzeichnung bzw. Angaben zu Ersatzkennzeichen
  • Anzahl, sofern Tiere mit derselben Kennzeichnung zugehen

Hinweis:
Ein Ersatz dieser Angaben ist durch eine Zweitausfertigung oder Kopie des Begleitpapiers möglich, sofern dieses die erforderlichen Angaben enthält.

Teil C Angaben zu im Betrieb geborenen und/oder verendeten Schafen und Ziegen

  • Kennzeichen des Tieres
  • Geburtsjahr
  • Datum der Kennzeichnung
  • Rasse
  • Genotyp, soweit bekannt
  • Tod (Monat und Jahr)
  • ggf. Ersatzkennzeichen

Hinweis:
Ein Ersatz dieser Angaben ist für Zuchtbetriebe durch Vorlage des Zuchtbuches möglich, sofern dieses die geforderten Angaben enthält.

Das Bestandsregister kann handschriftlich oder in elektronischer Form geführt werden. Wird das Bestandsregister in elektronischer Form geführt, ist bei einer Überprüfung der zuständigen Behörde ein aktueller Ausdruck auf Kosten des Tierhalters vorzulegen. Bei handschriftlicher Form muss das Bestandsregister entweder in gebundener Form oder als Loseblattsammlung chronologisch aufgebaut und mit fortlaufender Seitenzahl versehen sein.

In jedem Falle sind die Eintragungen unverzüglich nach Ausführung der aufzeichnungspflichtigen Tätigkeit vorzunehmen. Das Bestandsregister muss drei Jahre lang aufbewahrt werden.

Diese Aufbewahrungspflicht gilt auch dann, wenn die Schaf- oder Ziegenhaltung aufgegeben wurde. Auf Verlangen der zuständigen Behörde hat der Tierhalter alle Angaben über Herkunft, Kennzeichnung und gegebenenfalls Bestimmung von Tieren vorzulegen, die sich in den letzten drei Jahren in seinem Besitz befanden oder von ihm gehalten, befördert, vermarktet oder geschlachtet wurden.

Verwenden Sie unseren Vordruck für das Bestandsregister.

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