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  • Rinder
    • Meldungen
    • Kenn­zeich­nung
    • Do­ku­men­ta­ti­on

Rinder

Vor dem Hintergrund der BSE-Krise 1996 hat die Europäische Union (EU) Maßnahmen ergriffen die Kennzeichnungs- und Registrierungssysteme der Mitgliedsstaaten zu vereinheitlichen. Dies beinhaltete auch die Schaffung einer nationalen Datenbank mit dem Zweck den Lebensweg von Rindern effektiv und transparent zu dokumentieren.

Die für diesen Zweck erforderlichen Daten und Meldungen werden in HI-Tier (Herkunftssicherungs- und Informationssystem für Tiere, HI-Tier) erfasst und gespeichert.

Die gesetzlichen Vorgaben zur Kennzeichnung und Registrierung von Rindern sind Cross-Compliance-relevant und wirken sich im Fall von Beanstandungen auf die Direktzahlungen aus.

Ausführliche Informationen zum jeweils aktuellen Stand finden Sie in den Checklisten der Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) und im Bereich Förderwegweiser des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.

Meldungen

Voraussetzungen:

Die Bearbeitung von Bestellungen und Meldungen im Bereich der Rinderdatenbank kann nur erfolgen, wenn der jeweils erforderliche Betriebstyp in HI-Tier für den Betrieb hinterlegt ist. So kann ein Betrieb mit dem Typ „landwirtschaftlicher Rinderhalter” Ohrmarken und Bewegungsmeldekarten bestellen. Schlachtmeldekarten sind registrierten Schlachtbetrieben vorbehalten.

Meldewege:

  • mit vorgedruckten Formularen
  • oder in HI-Tier

Meldefrist:

7 Tage

Kosten:

ge­bühr­en­pflich­tig
  • Vom LKV über Vordruck oder formlos erfasste Meldungen
  • Meldungen, die über ein Jahr zurückliegen, da diese nur über das LKV (Regionalstelle) gemeldet werden können
ge­bühr­en­frei Vom Tierhalter direkt in HI-Tier eingegebene Meldungen, wenn dem LKV eine Verpflichtungserklärung vorliegt

Vordrucke:

Einzelmeldung per Postkarte für

  • Geburt
  • Bewegungen (Zugang, Abgang, Verendung, Tötung, Hausschlachtung, Export/Versendung)
  • Schlachtung

Sammelmeldung (A4-Bogen) für

  • Verbringung auf / von Almen / Alpen
  • Auftrieb im Rahmen des Alpenweideviehverkehrs
    (Formulare werden vom Alm- bzw. Alpwirtschaftlichen Verein ausgegeben)
  • Drittlandimporte

Die Vordrucke können beim LKV bestellt werden.
Tel: 089 / 54 43 48 - 71, Fax: 089 / 54 43 48 - 70
Die Unterlagen werden wöchentlich verschickt.
Bitte ausreichend frankieren. Nur ausreichend frankierte Sendungen werden angenommen!

Ge­burts­mel­dung

Geburtsmeldekarten werden zusammen mit den bestellten Ohrmarken ausgeliefert. Entsprechend der gelieferten Ohrmarkenserie ist für jede Ohrmarke ein Formular mit Betriebsnummer, Adresse und Ohrmarkennummer vorgedruckt.

Folgenden Informationen sind bei einer Geburtsmeldung einzutragen:

  • Geburtsdatum
  • Rasse
    entweder kann eine der vorgegebenen Rassen angekreuzt oder die Schlüsselzahl für die Rasse eingetragen werden
  • Geschlecht
  • Ohrmarkennummer des Muttertieres
  • Einling oder Mehrling

Fehlt eine dieser Angaben, schickt das LKV ein Fehlerschreiben an den Betrieb

Be­we­gungs­mel­dung (Mel­de­kar­te für Zu­gang, Ab­gang, Tö­tung, Ex­port, Ver­endung)

Bewegungsmeldekarten können formlos bei LKV bestellt werden oder es wird ca. 14 Tage bevor der Vorrat an Meldekarten aufgebraucht ist auf einer der Karten die gewünschte Anzahl im Feld „Nachbestellung” vermerkt. Nach Möglichkeit sollten immer Karten für etwa ein Jahr bestellt werden. Wird per Meldekarte in kürzeren Abständen als 6 Monaten nachbestellt, erfolgt eine schriftliche Nachfrage.

Auf der Bewegungsmeldekarte sind Betriebsnummer und Adresse des bestellenden Betriebes vorgedruckt.

Mit der Bewegungsmeldekarte können folgende Ereignisse gemeldet werden:

  • Zugang
  • Abgang
  • Verendung
  • Hausschlachtung
  • Tötung
  • Export / Versendung

Bei der Hausschlachtung ist zu beachten, dass diese Meldung nur zutrifft, wenn das Tier tatsächlich am Betrieb geschlachtet wurde. Geht das Rind an einen registrierten Schlachtbetrieb, meldet der abgebende Betrieb einen Abgang und der Schlachtbetrieb meldet Zugang und Schlachtung. Dies gilt auch, wenn der Betrieb das Fleisch für den Eigenbedarf zurücknimmt.

Folgenden Informationen sind auf der Meldekarte einzutragen:

  • Ereignis
  • Ohrmarkennummer des Tieres
  • Ereignisdatum (z.B. Zugangsdatum oder Datum der Verendung)
  • Nur bei Export / Versendung die Schlüsselzahl für das Zielland (z.B. 250 für Frankreich)

Fehlt eine dieser Angaben, schickt das LKV ein Fehlerschreiben an den Betrieb

Schlacht­mel­dung (Mel­de­kar­te für Schlach­tung)

Schlachtmeldekarten werden nur an Betriebe verschickt bei denen in HI-Tier der Betriebstyp „Schlachtbetrieb” hinterlegt ist. Vordrucke können formlos bei LKV bestellt werden oder es wird ca. 14 Tage bevor der Vorrat an Meldekarten aufgebraucht ist auf einer der Karten die gewünschte Anzahl im Feld „Nachbestellung” vermerkt. Nach Möglichkeit sollten immer Karten für etwa ein Jahr bestellt werden. Wird per Meldekarte in kürzeren Abständen als 6 Monaten nachbestellt erfolgt eine schriftliche Nachfrage.

Folgende Informationen sind auf der Meldekarte einzutragen:

  • Ohrmarkennummer des Tieres
  • Zugangsdatum, ist nur zu melden, wenn Zugang- und Schlachtdatum nicht identisch sind
  • Schlachtung (Normal- oder Notschlachtung)
  • Schlachtdatum
  • Schlachtnummer
  • Schlachtgewicht
  • Lebendgewicht, wird nur angegeben, wenn das Schlachtgewicht nicht feststellbar ist
  • Kategorie

Fehlt eine dieser Angaben, schickt das LKV ein Fehlerschreiben an den Betrieb

Ver­bring­ungs­lis­te auf / von Al­men / Al­pen

Diese Liste dient dazu, sowohl beim Auftrieb als auch beim Abtrieb auf / von einer Alm/Alpe mehrere Rinder mit einem Formular zu melden. Für jede aufgeführte Ohrmarke wird jeweils eine Abgangs- und eine Zugangsmeldung in die Rinderdatenbank eingetragen.

Vordrucke können über den jeweils zuständigen Alm- bzw. Alpwirtschaftlichen Verein bezogen oder formlos beim LKV bestellt werden.

Das be­deu­tet im Früh­jahr: Ab­gangs­mel­dung beim Tal­be­trieb (Ab­gangs­be­trieb) Zu­gangs­mel­dung bei der Alm / Al­pe (Zu­gangs­be­trieb)
und im Herb­st Ab­gangs­mel­dung bei der Alm / Al­pe (Ab­gangs­be­trieb) Zu­gangs­mel­dung beim Tal­be­trieb (Zu­gangs­be­trieb)

Ist ein Betrieb Internet-Melder, werden für diesen Betrieb keine Angaben zu Betriebsnummer und Adresse gemacht.

Sonderfall:

in Österreich liegende Almen / Alpen, hier gilt die Sammelnummer 09 162 000 2222

Das be­deu­tet im Früh­jahr: Ab­gangs­mel­dung beim Tal­be­trieb (Ab­gangs­be­trieb) Zu­gangs­mel­dung Al­men / Al­pen Ös­ter­reich (Zu­gangs­be­trieb)
und im Herb­st Ab­gangs­mel­dung Al­men / Al­pe Ös­ter­reich (Ab­gangs­be­trieb) Zu­gangs­mel­dung beim Tal­be­trieb (Zu­gangs­be­trieb)

Meldungen für Almen/Alpen Österreich können nur schriftlich über die Regionalstelle erfolgen. Ist der Talbetrieb Internet-Melder muss lediglich die Betriebsnummer für Almen/Alpen Österreich im Frühjahr beim Zugangs- und im Herbst beim Abgangsbetrieb gemeldet werden. Der Talbetrieb kann seine Meldungen wie üblich per Internet vornehmen.

Folgende Informationen sind in die Liste einzutragen:

  • Abgangsbetrieb: Adresse und Betriebsnummer
  • Zugangsbetrieb: Adresse und Betriebsnummer
  • Datum des Betriebswechsels
  • Ohrmarkennummern der betroffenen Tiere
    Da die Formulare automatisch mit einem speziellen Erkennungsprogramm gelesen werden, ist es unbedingt erforderlich, dass jede Ohrmarke vollständig mit allen Stellen eingetragen wird. Sollten es sich z.B. um Rinder mit Ohrmarken aus einer fortlaufenden Serie handeln, reicht es nicht lediglich die 3 letzten abweichenden Ziffern einzutragen.

Fehlt eine dieser Angaben, kommt es zu Nachfragen und Verzögerungen bei der Meldung an HI-Tier.

Auftriebsliste für den Alpenweideviehverkehr (Meldung nur schriftlich über die Regionalstelle)

Mit dieser Liste werden ausschließlich Rinder aus Österreich gemeldet, die im Rahmen des Alpenweideviehverkehrs über den Sommer auf bayerische Almen / Alpen aufgetrieben werden und im Herbst nach Österreich zurückkehren.

Statt eines Rinderpasses erhält der Betrieb eine Aufstellung der an HI-Tier gemeldeten Rinder.

Für Rinder, die dauerhaft in Deutschland bleiben, muss eine EU-Einfuhr gemeldet werden.

Auftriebslisten können über den jeweils zuständigen Alm- bzw. Alpwirtschaftlichen Verein bezogen werden.

Im Herbst wird für diese Rinder „Export/Versendung” mit Zielland „Österreich” gemeldet. Eine einfache Abgangsmeldung ist nicht ausreichend und verursacht in jedem Fall einen Meldekettenfehler, da anschließend keine Zugangsmeldung auf einem anderen Betrieb in Deutschland erfolgt.

Ein­fuhr aus EU-Mit­glieds­staa­ten und der Schweiz (EU-Ein­fuhr, Mel­dung nur schrift­lich über die Re­gi­o­nal­stel­le)

Rinder aus EU-Mitgliedsstaaten und der Schweiz (seit 01.01.10) behalten ihre ursprünglichen Ohrmarken und sind innerhalb von 7 Tagen als EU-Einfuhr zu melden.

Dazu wird der Rinderpass des Ursprungslands vom einführenden Unternehmen unter Angabe von Betriebsnummer, Adresse und Einfuhrdatum an die Regionalstelle geschickt. Soll der BVDV-Status auf dem Stammdatenblatt/Rinderpass vermerkt werden sind ggf. einsprechende Zeugnisse beizulegen. Um die 7-tägige Meldefrist einhalten zu können, ist es dringend erforderlich die notwendigen Dokumente umgehend an das LKV zu schicken.

Das LKV überträgt die Daten vom Rinderpass des Ursprungslandes in die zentrale Datenbank und stellt ein/einen neues/neuen Stammdatenblatt/Rinderpass aus, der an den importierenden Betrieb geschickt wird.

Ein­fuhr aus ei­nem Dritt­land (Meld­ung nur schrif­tlich über die Re­gi­o­nal­stel­le)

Rinder, die aus einem Drittland nach Deutschland importiert werden, müssen innerhalb von 7 Tagen nach dem Import mit deutschen Ohrmarken umgekennzeichnet und als Import gemeldet werden.

Zu diesem Zweck sind über die Regionalstelle Ohrmarkenserien zu beziehen, die als speziell für die Verwendung zur Importmarkierung in der Datenbank hinterlegt werden. Nur so ausgewiesene Ohrmarkenserien werden von HI-Tier für die Meldung eines Drittlandimports akzeptiert.

Zusammen mit den Ohrmarken erhält der Betrieb ein spezielles Meldeformular, das ausgefüllt zusammen mit entsprechenden Einfuhrdokumenten an die Regionalstelle zur Erfassung geschickt wird.

Sollte der Import von Rindern aus einem Drittland geplant sein, ist es empfehlenswert, die erforderlichen Ohrmarken rechtzeitig vor dem Eintreffen der Rinder beim LKV zu bestellen, damit die 7-tägige Meldefrist eingehalten werden kann.

Ver­pflich­tungs­er­klä­rung

Mit der Abgabe einer Verpflichtungserklärung, hat der Betrieb die Möglichkeit sich von den Gebühren für Bewegungs- und Schlachtmeldungen befreien zu lassen.

Eine wichtige Voraussetzung ist ein Internetzugang, denn mit Abgabe der Verpflichtungserklärung entfallen die vom LKV monatlich verschickten Benachrichtigungen zu Meldekettenfehlern (s. Fehlernachrichten) und der Betrieb hat selbst Sorge dafür zu tragen, dass Meldekettenfehler regelmäßig und zeitnah in HI-Tier direkt bearbeitet werden.

Formulare können schriftlich oder telefonisch beim LKV angefordert werden.

Fehler­nach­rich­ten

Das LKV verschickt Fehlernachrichten zu schriftlichen Meldungen, wenn

  • die Angaben auf der Meldekarte unvollständig sind.
    Jede Meldekarte wird auf Vollständigkeit geprüft. Fehlt z.B. bei einer Geburtsmeldung die Angabe zum Geschlecht, wird eine Fehlernachricht an den meldenden Betrieb verschickt.
  • die Angaben auf der Meldekarte im Widerspruch zu bisher gespeicherten Daten stehen.
    Auch vollständig ausgefüllte Meldekarten können ein Fehlerschreiben verursachen. Wurde z.B. bei einer Geburtsmeldung eine Mutterohrmarke eingetragen, für die bereits vor 3 Monaten eine Kalbung registriert wurde, akzeptiert HI-Tier die Meldung nicht und es wird ein Fehlerschreiben an den Betrieb geschickt.
  • Meldungen im Lebenslauf des Rindes nicht schlüssig sind.
    Diese sogenannten Vorgangsfehler oder auch Meldekettenfehler werden von HI-Tier im Rahmen der regelmäßigen Prüfung des Lebenslaufes eines Tieres auf Vollständigkeit und Widerspruchsfreiheit ermittelt.
    Häufig entstehen Lebenslauffehler durch fehlende Meldungen. Es kommt z.B. zu einem Vorgangsfehler, wenn ein Käufer bereits den Zugang eines Rindes gemeldet hat und die zugehörige Abgangsmeldung des Vorbesitzers noch nicht in der Datenbank gespeichert ist. Neben fehlenden Meldungen können auch Erfassungs- oder Ablesefehler mögliche Ursachen für Ungereimtheiten in der Meldekette sein.
    Von Meldeketten-Fehlern sind häufig zwei Betriebe betroffen, obwohl in den meisten Fällen nur einem dieser beiden Betriebe tatsächlich ein Fehler oder ein Meldeversäumnis unterlaufen ist. Da die Datenbank nicht eindeutig feststellen kann, welche von beiden Meldungen richtig oder falsch ist, werden beide Betriebe aufgefordert die betroffene Meldung zu überprüfen.
    Folgende Bearbeitungsmöglichkeiten stehen zur Verfügung:
    • die bestehende Meldung wird korrigiert
    • die falsche Meldung wird storniert
    • die bestehende Meldung wird bestätigt (der Betrieb ist sich sicher, dass die Meldung korrekt ist)
    • eine fehlende Meldung wird nachgeholt
    Betriebe, die keine Verpflichtungserklärung abgegeben haben, erhalten einmal im Monat Vorgangsfehlerschreiben vom LKV zugeschickt.

Kenn­zeich­nung

Regeln

  • Kälber sind innerhalb von 7 Tagen nach der Geburt mit identischen Ohrmarken in beiden Ohren zu Kennzeichnen.
  • Verliert ein Rind eine oder beide Ohrmarken muss es mit der gleichen Nummer nachgekennzeichnet werden.

Das Sortiment

Kennzeichen für neu geborene Kälber
  • Standardohrmarken
  • Stanzohrmarken zur Entnahme einer Gewebeprobe für die Bestimmung des BVDV-Status
Ersatzkennzeichen
  • Standardohrmarken
  • Wiederholungsproben (W-Probe, grün)

Kosten

Bestellung

Die Bestellung von Ohrmarken muss schriftlich mit einem Bestellformular erfolgen. Bestellformulare können außerdem telefonisch bzw. schriftlich bei uns angefordert werden.

Sollten Sie bereits einmal beim LKV Ohrmarken bestellt haben, wird bei jeder Lieferung ein Nachbestellbogen beigelegt.

Die Bestellungen werden alle 14 Tage zur Produktion mit anschließendem Versand an den Hersteller weitergeleitet.

Damit immer ausreichend Ohrmarken zur Verfügung stehen sollte die Bestellung unbedingt rechtzeitig erfolgen, da die Lieferzeiten bis zu 5 Wochen betragen können.

Für Mitglieder der Milchleistungsprüfung ist in der Regel keine gesonderte Bestellung erforderlich, da hier neue Ohrmarkenserien über ein automatisiertes Verfahren bereitgestellt werden, wenn ein bestimmter Anteil der zuletzt ausgegeben Ohrmarken verbraucht wurde.

Stanz­ohr­mar­ken und BVD

Seit 01.Januar 2011 sind die gesetzlichen Vorschriften zur Bekämpfung der Bovinen Virusdiarrhoe / Mucosal Disease (BVD/MD) in Kraft. Nachfolgend erhalten Sie die wichtigsten Informationen zum Verfahren in Bayern:

Was ist die BVD?

Die Bovine Virusdiarrhoe/Mucosal Disease (BVD/MD) ist eine anzeigepflichtige Tierseuche der Rinder. BVD ist weltweit verbreitet und gehört zu den wirtschaftlich bedeutsamsten Infektionskrankheiten beim Rind (Schäden zwischen 8 und 100 Euro/Kuh und Jahr; Quelle: Tiergesundheitsjahresbericht 2009 des FLI). „Typische” Symptome sind Durchfall, Fieber, Kümmern und Infektanfälligkeit. Eine Infektion bei trächtigen Rindern kann zu Verkalbungen oder zur Entstehung dauerhaft infizierter Kälber führen. Diese Kälber werden als Dauerausscheider, Virämiker oder auch als PI-Tiere (= persistent infiziert) bezeichnet. PI-Tiere sind in erster Linie für die Verbreitung der Infektion verantwortlich und haben zudem ein hohes Risiko an der tödlich verlaufenden Mucosal Disease (MD) zu erkranken.

Was sieht die BVDV–Verordnung vor und wie erfolgt die Umsetzung in Bayern?

Der Tierhalter ist u. a. verpflichtet, jedes ab dem 01.01.2011 geborene Kalb, bis zum sechsten Lebensmonat auf das BVD–Virus untersuchen zu lassen. Des Weiteren darf ein Rind grundsätzlich nur noch aus einem Bestand verbracht werden, wenn es mit negativem Ergebnis auf das BVD-Virus untersucht worden ist. Ausnahmemöglichkeiten bestehen für Rinder, die direkt zum Schlachten verbracht werden. Ein negativ auf das BVD-Virus untersuchtes Rind erhält den lebenslang gültigen Status „BVDV-unverdächtig”.

Die Untersuchungen können sowohl mittels Ohrgewebeproben als auch mittels Blutproben erfolgen. Bei der Verwendung von Blutproben ist unbedingt auf den korrekten Probenahmezeitpunkt zu achten. Dieser kann je nach Untersuchungsmethode sehr unterschiedlich sein und sollte daher im Vorfeld mit dem gewählten Labor und dem Hoftierarzt abgeklärt werden.

Können Standardohrmarken (ohne Gewebeprobe) weiter verwendet werden?

Eine Verwendung und Neubestellung der bisherigen Ohrmarken (Standardohrmarken) ist auch weiterhin möglich. Für die erforderlichen Untersuchungen ab 01.01.2011 sind dann jedoch Blutproben erforderlich, die zusätzliche Kosten verursachen. Eine Rückerstattung der bisherigen Ohrmarken ist nicht möglich.

Wann ist das Kalb zu beproben und was muss anschließend mit der Probe geschehen?

Um ein frühzeitiges Untersuchungsergebnis und den damit verbundenen BVD-Status des Tieres sicherzustellen, sollten Beprobung mittels Ohrstanze sowie Geburtsmeldung bereits am ersten Tag nach der Geburt erfolgen. Die entnommene Gewebeprobe ist anschließend unverzüglich zur Untersuchung an das Labor weiterzuleiten. Für den sicheren Weitertransport der Proben (Post, Tanksammelwagen) wird für jedes Ohrmarkenpaar ein Probebeutel mitgeliefert. Zur Erleichterung und Beschleunigung der Abläufe des Probeneingangs im Labor, sollte nach Möglichkeit jeder Probebeutel nur die Proberöhrchen eines Kalbes enthalten.

Sollten zu wenig Probenbeutel vorhanden sein, können diese gebührenfrei beim LKV nachbestellt werden.

Für Proben, die zum TGD zur Untersuchung gehen, bestehen folgende Möglichkeiten:

  • Proben werden direkt bei einer TGD-Geschäftsstelle abgegeben
  • Milchlieferanten geben die Probe ihrem Tanksammelwagenfahrer mit
  • Für den Postweg können Kuverts mit vorgedruckter TGD-Adresse beim LKV bestellt werden.

Was passiert, wenn in beiden Probenröhrchen kein Gewebe ist?

Sollten Sie beim Einziehen der Ohrmarken bereits feststellen, dass aus beiden Ohren kein Gewebe gewonnen wurde, können Sie beim LKV Bayern eine grüne, runde Ohrmarke mit Stanzvorrichtung („Wiederholungsprobe”) zur erneuten Beprobung bestellen. Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass die Geburt des Kalbes bereits an die HI-Tierdatenbank (HIT) gemeldet wurde und kein Laborergebnis für dieses Tier vorliegt.

Eine solche Ohrmarke erhalten Sie auch, wenn im Labor festgestellt wird, dass das eingesandte Probenmaterial nicht auswertbar ist. Die Zusendung erfolgt hier automatisch. Zur Sicherheit ist auf dieser Ohrmarke die Ohrmarkennummer des Tieres aufgedruckt, das noch einmal beprobt werden muss.

Was passiert mit den Proben nach der Untersuchung?

Das Probenmaterial darf ausschließlich für die Untersuchungen verwendet werden, die für die Durchführung der BVD-Bekämpfung erforderlich sind, und muss danach sachgerecht entsorgt werden. Eine Untersuchung auf andere Erreger oder Genom-Analysen sind ohne Auftrag bzw. Einwilligung des Tierhalters nicht zulässig. AGB

Wie wird über das Untersuchungsergebnis informiert?

Die Untersuchungseinrichtungen sind ab 01.01.2011 verpflichtet, die Untersuchungsergebnisse auf das BVD-Virus in HI-Tier einzustellen.

Sofern beim Versand des Stammdatenblattes ein negatives Untersuchungsergebnis in HI-Tier vorliegt, wird der Status „BVDV-unverdächtig” auf dem Stammdatenblatt vermerkt. Des Weiteren kann der Tierhalter den BVD-Status seiner Rinder unter dem Menüpunkt „Bestandsregister mit Gesundheitsstatus” einsehen und unter dem Menüpunkt „Einzeltierstatus BVD” einen Ausdruck zum Nachweis des Status „BVDV-unverdächtig” erstellen. Negative Ergebnisse werden darüber hinaus nicht gesondert schriftlich mitgeteilt.

Ein negativer BVD-Status gilt lebenslang und hat auch für das Muttertier Gültigkeit. Deshalb ist die richtige Zuordnung des neugeborenen Kalbes zur Mutter für die Tilgung der BVD sehr wichtig.

Über ein positives Ergebnis (= Virusnachweis) wird der Tierhalter schriftlich vom zuständigen Veterinäramt informiert, wenn das Untersuchungsergebnis an HI-Tier gemeldet worden ist. Zudem erhält er Hinweise zum weiteren Vorgehen.

Um die für den Transport und die Untersuchung der Proben benötigte Zeit zu berücksichtigen, gelten folgende Wartezeiten für den Druck der Stammdatenblätter:

Ge­schlecht Ras­se War­te­zeit in Ta­gen ab Ge­burts­da­tum
männ­lich Schwarz­bunt / Rot­bunt 10
männ­lich an­dere 21
weib­lich alle Ras­sen 28

Warum wurde das Stammdatenblatt ohne aufgedruckten BVD-Status verschickt?

  1. Zum Zeitpunkt des Drucks lag kein Untersuchungsergebnis vor.

    Mögliche Ursachen:

    • Verspäteter Eingang der Probe im Labor
    • Verlust der Probe auf dem Transportweg zum Labor
    • Probe ist nicht analysierbar

    Dadurch wird die angemessene Wartefrist für den Druck des Stammdatenblattes überschritten. Es besteht jedoch die Möglichkeit Laborergebnisse, die nach Ablauf der Wartefrist bereitgestellt wurden, in HI-Tier abzurufen. Ein Ausdruck kann dann dem Stammdatenblatt als Nachweis beigelegt werden.

    Durch eine frühzeitige Beprobung und Weiterleitung der Probe an das Labor kann in 96.6 % der Fälle der BVD-Status auf dem Stammdatenblatt ausgewiesen werden.

  2. Die Laboruntersuchung hat ergeben, dass das Tier „BVDV-positiv” ist.

    Nur BVD-Virus-negativ untersuchte Rinder können ab 01.01.2011 uneingeschränkt verbracht werden. Bei BVD-Virus-positiv untersuchten Rindern erfolgt kein Eintrag des BVD-Status auf dem Stammdatenblatt. Der Status ist aber in HI-Tier abrufbar.

Wie erhalten Tiere, die vor dem 01.01.2011 geboren wurden, einen BVD-Status?

In HI-Tier wird der Status „BVDV-unverdächtig” eines untersuchten Kalbes automatisch auch dessen Mutter zugewiesen. Eine zusätzliche Blutuntersuchung von Kühen, deren Kälber als „BVDV-unverdächtig” eingestuft wurden, ist daher nicht mehr notwendig. Tiere, die vor dem 01.01.2011 geboren wurden und kein untersuchtes Kalb haben, können durch eine Blutuntersuchung einen BVD-Status erlangen. Setzen Sie sich hierfür mit Ihrem Hoftierarzt in Verbindung. Der Status kann dann über die HI-Tier ausgedruckt und zusammen mit dem Stammdatenblatt an den neuen Besitzer weitergegeben werden.

Weitere Informationen?

Weitere Informationen zum Wesen der BVD/MD, zu den Grundlagen der Bekämpfung und der Umsetzung in Bayern erhalten Sie von den praktizierenden Tierärzten. Darüber hinaus stehen für die Fragen auch die Amtstierärzte und die Bayer. Tierseuchenkasse zur Verfügung.

Do­ku­men­ta­ti­on

Bestandsregister

Das Bestandsregister kann vom Betrieb handschriftlich oder in elektronischer Form geführt werden. Wird das Bestandsregister in elektronischer Form geführt, ist bei einer Überprüfung der zuständigen Behörde ein aktueller Ausdruck auf Kosten des Tierhalters vorzulegen. Bei handschriftlicher Form muss das Bestandsregister entweder in gebundener Form oder als Loseblattsammlung chronologisch aufgebaut und mit fortlaufender Seitenzahl versehen sein.

In jedem Falle sind die Eintragungen unverzüglich nach Ausführung der aufzeichnungspflichtigen Tätigkeit vorzunehmen. Das Bestandsregister muss drei Jahre lang aufbewahrt werden. Die Frist beginnt mit Ablauf des 31.12. des Jahres in dem der letzte Eintrag vorgenommen wurde.

Diese Aufbewahrungspflicht gilt auch dann, wenn die Rinderhaltung aufgegeben wurde. Auf Verlangen der zuständigen Behörde hat der Tierhalter alle Angaben über Herkunft, Kennzeichnung und gegebenenfalls Bestimmung von Tieren vorzulegen, die sich in den letzten drei Jahren in seinem Besitz befanden oder von ihm gehalten, befördert, vermarktet oder geschlachtet wurden.

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