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    • Hofeigene Mess­an­lagen
    • Überprüfung der Milchmengen­mess­geräte

Milchmengen-Messgeräte

Für die Milchleistungsprüfung gibt es mehrere Möglichkeiten. Beim LKV Bayern erfassen etwa 80% der Milchkuhbetriebe und ein Großteil der Milchziegenbetriebe ihre Milchleistung mit dem so genannten LactoCorder. Bei den restlichen Betrieben erfolgt die Messung mit elektronischen betriebseigenen Messanlagen, mit dem so genannten Trutester oder mit der Waage. In Milchschafbetrieben kann der LactoCorder derzeit noch nicht eingesetzt werden. Hier wird noch ausschließlich mit dem Trutester oder der Balkenwaage gemessen.

Trutester Trutester

Der Lacto­Corder

Der LactoCorder ist ein elektronisches Messgerät zur Erfassung der Milchleistung. Gleichzeitig wird eine anteilige Milchprobe in eine Probeflasche gezogen. Der integrierte Barcode-Leser erfasst die Nummer der Probeflasche und ordnet sie der jeweiligen Kuh zu. Während der gesamten Melkzeit misst der LactoCorder viele Parameter, wie zum Beispiel den Milchfluss oder die Leitfähigkeit.

Nach dem Probemelken druckt der Probenehmer dem Landwirt einen Beleg aus, auf dem die Menge des Gemelks der einzelnen Tiere, der Milchfluss, die Leitfähigkeit und — soweit die Grundfutterleistung bekannt ist — auch die Kraftfutterzuteilung aufgelistet sind. Beim nächsten LOP-Besuch kann sich der Landwirt auch die Milchflusskurven seiner Kühe am Laptop zeigen und ausdrucken lassen.

LactoCorder

Die Milchflusskurven und die ausgegebenen Kennzahlen geben Auskunft über die Melkbarkeit der Kühe und über die Effizienz der Melkarbeit. Sollte die Melkanlage mit einer Abschaltautomatik ausgestattet sein, können die Kurven Auskunft über ihre Funktionsfähigkeit geben. Nach Beendigung des Probemelkens, wird der LactoCorder zusammen mit der Melkanlage gereinigt. Dabei erfasst er den Temperaturverlauf und Leitfähigkeit der Reinigungsflüssigkeit und den Zeitablauf der Reinigungsphasen.

Messverfahren des LactoCorders

Der LactoCorder misst den Milchfluss im Abstand von 0,7 Sekunden und berechnet aus jeweils vier Messungen den Mittelwert, der abgespeichert wird. So kann nach jedem Probemelken für jede Kuh der Verlauf des Milchflusses in einer Kurve dargestellt und die Milchmenge berechnet werden.

Milch­fluss­kur­ven und -kenn­zahlen

Durch die Erfassung der Milchflusskurven erhält der Landwirt wertvolle Informationen über die Melkbarkeit jeder einzelnen Kuh, Schwachstellen bei der Melkroutine und gegebenenfalls Hinweise auf technische Mängel der Melkanlage. Im Zwischenbericht werden für jedes Tier die wichtigsten Maßzahlen der Melkbarkeit ausgedruckt. Bei Kühen können Sie aber auch in MLP-Online eingesehen werden.

Bei der Milchflusskurve unterscheidet man fünf Abschnitte:

  • Anstieg: Einsetzen des Milchflusses bis zum Erreichen des Plateaus
  • Plateau: Zeit zum Ende des Anstiegs bis zum Beginn des Abstiegs
  • Abstieg: Ende des Plateaus bis zu einem Milchfluss von 0,2 kg/min
  • Blindmelkzeit: Milchfluss unter 0,2 kg/min
  • Nachgemelk: Wiederanstieg des Milchflusses über 0,2 kg/min

Weitere Informationen erhalten Sie unter Melkbarkeit von Kühen bzw. Melkbarkeit von Ziegen.

Beispiel Milchabgabeverlauf

Mit dem La­cto­Cor­der Rei­ni­gungs­pro­blem­en auf der Spur

Die tägliche Reinigung und Desinfektion aller milchführenden Teile der Melkanlage ist heute selbstverständlicher Standard in jedem Betrieb. Nur so können die Keimzahlen der Ablieferungsmilch möglichst niedrig gehalten und Abzüge vermieden werden. Allerdings ist es nicht einfach festzustellen, ob die Reinigung auch wirklich korrekt funktioniert, ob wirklich alle Melkplätze gleichmäßig gereinigt und ob die vorgeschriebenen Parameter, wie die Mindesttemperatur der Reinigungslösung und die Dauer des Hauptspülganges eingehalten werden.

Der LactoCorder hilft Ihnen:

Mit dem Programmpunkt ‚Reinigungsmonitoring‘ bietet Ihnen der LactoCorder eine wertvolle Unterstützung bei der Überprüfung des Reinigungsvorgangs Ihrer Melkanlage. Er zeichnet den Temperaturverlauf, die Leitfähigkeit, das Wasservolumen und die Turbulenz der Reinigungsflüssigkeit auf. In der Grafik, die am Laptop des LOP angesehen oder ausgedrückt werden kann, können eventuelle Fehler gleich erkannt werden. Über das Reinigungsmonitoring können Sie aber auch feststellen, ob der gesamte Reinigungsvorgang nicht viel zu lange dauert.

Leistungsoberprüfer beobachten immer wieder Reinigungskurven mit einer Hauptreinigungsdauer von 40 Minuten und mehr. Bei den meisten Reinigungsmitteln ist eine Hauptreinigung von 15-20 Minuten bei mindestens 40° C vorgeschrieben bzw. ausreichend. Manchmal sieht man aber auch Temperaturen von bis zu 50 Grad. Dies bedeutet einerseits einen zu hohen Energieverbrauch (Stromkosten!) und andererseits unnötig lange Pumpenlaufzeiten.

LactoCorder-Station

Übrigens, bei modernen Reinigungsautomaten verlängern sich die Reinigungszeiten automatisch auf die maximale Länge, wenn die Temperatur auf Grund zu geringer Heizleistung nicht erreicht wird. Ursache dafür kann z.B. ein defekter Heizstab sein. Lassen Sie sich von Ihrem LOP die Reinigungskurven oder Tabellen ausdrucken und erläutern – es lohnt sich und kostet nichts.

Eine Bitte noch:

Lassen Sie die LactoCorder immer während der kompletten Reinigung in der Anlage.
Unterbrechen Sie den Spülvorgang nie! Nur so kann vermieden werden, dass Milchreste im LactoCorder zurückbleiben und sich bis zum nächsten Einsatz Keime vermehren.

Beispiel Reinigungskurve So sieht eine vorbildliche Reinigungskurve aus (Ausschnitt)

Vom LOP werden Mindestdauer und –temperatur anhand der Angaben zum Reinigungsmittel des Landwirtes eingegeben. Der braune Kasten beschreibt den Bereich der höchsten ø-Temperatur im eingegebenen Mindestzeitraum. Der gelbe Kasten steht für den größten zusammenhängenden Bereich, in dem diese Mindesttemperatur erreicht wurde.

Die Leitfähigkeit (lila Kurve) steigt durch die Zugabe des Reinigungsmittels zunächst steil an, pendelt sich durch die gleichmäßige Verteilung des Mittels dann aber ein. Das deutliche Absinken der Leitfähigkeit am Ende der Reinigung zeigt, dass das Reinigungsmittel gut ausgespült wurde.

Trutester

Bei Betrieben, bei denen der LactoCorder nicht zum Einsatz kommt, wird der Trutester verwendet. Der Trutester ist ein Durchflussmessgerät, das 2,2% der ermolkenen Milch in einen Messzylinder abscheidet. Die Skala am Messzylinder zeigt die Milchmenge an. Der Inhalt des Messzylinders wird in ein sauberes Gefäß umgeschüttet, gut gemischt. Anschließend wird eine Probeflasche für die Untersuchung der Milchinhaltstoffe beim Milchprüfring mit Milch gefüllt.

Hofeigene Messanlagen

Derzeit gibt es ca. 2600 Betriebe mit hofeigene Messanlagen. Dazu gehören ca. 1400 Melkstände und 1200 Betriebe mit Automatischem Melksystem, auch AMS bzw. Melkroboter genannt. Es dürfen nur Milchmengenmessgeräte eingesetzt werden, die von ICAR zugelassen sind.

Ziel dieser Vorschrift ist die internationale Vergleichbarkeit von Milchleistungsergebnissen und die Sicherung der Datenqualität.

ICAR ist das Internationale Komitee für Leistungsprüfungen in der Tierproduktion und als weltweite Organisation für die Standardisierung der Identifikation von Rinder, der Qualitäts- und Leistungsprüfung und der Zuchtwertschätzung tätig. Das von ICAR ins Leben gerufene Qualitätszertifikat stellt die Einhaltung hoher gleichlautender Standards international sicher. Eine Liste der anerkannten Geräte finden Sie hier.

Logo ICAR

Über­prü­fung der Milch­meng­en­mess­ge­rä­te

Ziel dieser Vorschrift ist die internationale Vergleichbarkeit von Milchleistungsergebnissen und die Sicherung der Datenqualität.

Die Ergebnisse der Milchleistungsprüfung sind nicht nur für das Herdenmanagement von großer Bedeutung, sie sind auch die Grundlage für die Zuchtwertschätzung der Bullen und Kühe. Daher sind die Zuverlässigkeit und Vergleichbarkeit der Messwerte von ganz entscheidender Bedeutung. Für neu installierte, anerkannte Milchmengenmessgeräte muss das LKV eine Erstabnahme durchführen. Sowohl die ICAR-Richtlinien als auch die DLQ-Richtlinien schreiben eine jährliche Prüfung aller hofeigenen und mobilen Messgeräte vor. Auch diese werden vom LKV durchgeführt.

Prüfplakete

Wenn keine Beanstandungen bei den Überprüfungen festgestellt werden, wird das Gerät mit einer Plakette gekennzeichnet auf der die Gültigkeitsdauer erkennbar ist. Geräte, die den Anforderungen nicht entsprechen, dürfen nicht für die Milchleistungsprüfung eingesetzt werden. Sie sind von einer sachkundigen Person nach den Richtlinien der Hersteller zu justieren und müssen erneut überprüft werden.

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