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  • Milch­leis­tungs­prüfung bei Kü­hen
    • Milch­leis­tungs­prü­fung und Her­den­man­age­ment
    • Er­geb­nis­se der Milch­leis­tungs­prü­fung
    • Milch­leis­tungs­prü­fung in Be­trie­ben mit Melk­ro­bot­ern (AMS)
    • Wel­ches Prüf­ver­fahr­en passt zu mei­nem Be­trieb?
    • Der Leis­tungs­ober­prü­fer – Ihr An­sprech­part­ner für die MLP
    • Die MLP ist die Grund­lage für Zucht und Be­ra­tung
    • Die Milch­leis­tungs­prü­fung un­ter stän­di­ger Qua­li­täts­kon­trol­le
    • Ge­setz­liche Grund­la­gen

Milch­leis­tungs­prü­fung bei Kü­hen

Kühe im Stall

Die Milchleistungsprüfung (MLP) ist weit mehr als nur die Messung der Milchmenge. Sie ist ein unverzichtbares Instrument für das Herdenmanagement. In Bayern nehmen 67% der Landwirte freiwillig daran teil. Damit stehen mehr als 80% aller bayerischen Milchkühe unter Milchleistungsprüfung.

Elfmal im Jahr wird von jeder laktierenden Kuh die Milchmenge gemessen und eine repräsentative Milchprobe entnommen. Die Milchproben werden vom Milchprüfring auf die Milchinhaltstoffe Fett, Eiweiß, Harnstoff, Laktose und die Zellzahl untersucht.

Milch­leis­tungs­prüfung und Her­den­man­age­ment

Durch die regelmäßige Messung der Milchleistung kann der Laktationsverlauf für jedes Tier bewertet und jeder eventuell fütterungs- oder krankheitsbedingte Einbruch der Leistung schnell erkannt werden. Die Bestimmung der Zellzahl dient der Überwachung und Erhaltung der Eutergesundheit und damit auch der Sicherung der Milchqualität. Aus der Milchmenge und den Milchinhaltstoffen kann der Nährstoffbedarf der Kühe ermittelt werden. Die Milchinhaltstoffe geben außerdem Auskunft über die aktuelle Energie- und Eiweißversorgung der Tiere. Durch den großflächigen Einsatz des elektronischen Milchmessgerätes LactoCorder in Bayern wird bei jedem Probemelken auch automatisch die Melkbarkeit jedes einzelnen Tieres erfasst und der Landwirt erhält Informationen über den Melkverlauf.

Prüfung der Milchproben Die Milchproben werden beim Milchprüfring untersucht

Ergebnisse der Milch­leis­tungs­prüfung

Die Ergebnisse der Milchleistungsprüfung geben dem Landwirt viele Informationen über seine Herde. Unmittelbar nach dem Probemelken werden die erfassten Daten in der Datenbank des LKV gespeichert. Der Landwirt erhält die Ergebnisse als MLP-Ergebnisbericht per Post oder er kann sie über das LKV-Internetportal unter MLP-Online einsehen.

Der MLP-Ergebnisbericht

Der gedruckte Ergebnisbericht enthält:

    • den Herdendurchschnitt des letzten Probemelkens
    • die bisherige Leistung der Herde im Prüfungsjahr
    • die durchschnittliche Leistung in den einzelnen Laktationsdritteln
    • die Probemelkergebnisse der Einzeltiere, und zwar jeweils vom aktuellen Probemelken, sowie vom vorhergehenden Probemelken mit
      • dem Datum der letzten Kalbung
      • der Tagesmilchmenge
      • dem Fettgehalt
      • dem Eiweißgehalt
      • dem Harnstoffgehalt
      • der Zellzahl
      • dem durchschnittliche Minutenhauptgemelk (nur bei LactoCorder-Messung)
    • Informationen zum Melkverlauf (nur bei LactoCorder-Messung)
    • einen Laktationsbericht mit Hinweisen zur Rohprotein- und Energieversorgung für jedes Einzeltier und die gesamten Herde
    • die aufgerechnete Jahres- bzw. Laktationsleistung für Milch, Fett und Eiweiß
    • eine Liste der 100-Tageleistungen und der abgeschlossenen Laktationen
    • die Herdendurchschnitte der Laktationsdrittel getrennt für erste Laktationen und Folgelaktationen

Der MLP-Jahresabschluss

Das Prüfjahr für die Milchleistungsprüfung läuft jeweils vom 1. Oktober bis zum 30. September des Folgejahres. Jeweils Anfang November erhält der Landwirt einen Jahresbericht mit den Auswertungen der im gesamte Prüfungsjahr erfassten Daten:

    • die durchschnittliche Herdenleistung
    • die Abgangsursachen
    • die Durchschnitte der Probemelkergebnisse im Prüfungsjahr
    • die Jahresleistung der Einzeltiere
    • die durchschnittliche Lebensleistung der Einezltiere
    • die Gesamtleistung der Einzeltiere mit Angaben:
      • zum Tier (Kennnummer, Name, Ohrmarke)
      • zur letzten Kalbung
      • zur Milchmenge
      • zu Fettgehalt und Fettmenge
      • zu Eiweißgehalt und Eiweißmenge

Wie erhalte ich meinen Ergebnis- bzw. Jahresbericht?

Es gibt vier Möglichkeiten, die Ergebnisse aus der Milchleistungsprüfung zu erhalten:

oder

  • Der Ergebnisbericht wird auf Wunsch per E-Mail verschickt. Wer sich den Ergebnisbericht per E-mail zusenden lässt, spart etwas Geld. Möchten Sie die Zusendung des Ergebnisberichtes per E-Mail beantragen?
  • Der Landwirt verzichtet ganz auf den Ergebnisbericht und informiert sich über die Probemelkergebnisse in MLP-Online. Er erhält einen leichten Gebührennachlass.
  • Auf Antrag erhält der Landwirt zusätzlich die Ergebnisse des Probemelkens als Datensatz im ADIS-Format per E-mail, den er in das betriebseigene Herdenmanagementsystem übernehmen kann.

Was ist passiert, wenn Inhaltstoffe im Ergebnisbericht fehlen?

Manchmal kann es vorkommen, dass einzelne Angaben über Inhaltsstoffe im Ergebnisbericht fehlen, obwohl eine Milchprobe genommen wurde. Das kann verschiedene Ursachen haben:

  • Die Milchproben waren sauer, weil
    • sie unmittelbar nach der Probenahme nicht genügend geschüttelt wurden
    • sie in den Sommermonaten nicht ausreichend gekühlt wurden
  • Im Proberöhrchen war zu wenig Milch, weil die tatsächliche Milchmenge weit unter der erwarteten Milchmenge lag (LactoCorder)
  • Es wurden unplausible Untersuchungsergebnisse festgestellt, weil
    • bei der Probenahme möglicherweise Fehler unterlaufen sind
    • die Milchzusammensetzung starken Abweichungen unterlag
Fehlerhafte Milchproben

Sollten bei einem Probemelken mehr als 15% der Untersuchungsergebnisse fehlen, werden dem Landwirt pro fehlendes Ergebnis 0,25 € weniger berechnet.

Milch­leis­tungs­prü­fung in Be­trie­ben mit Melk­ro­bo­tern (AMS)

In Betrieben mit Melkroboter variiert die Zahl der Melkungen pro Tier und Tag. Durch den Melkroboter wird bei jedem Melkvorgang die Milchmenge erfasst. Am Probemelktag wird in der Regel nur beim ersten Melkvorgang eine Probe für die Untersuchung der Milchinhaltstoffe in ein Probefläschchen abgeschieden. Das sogenannte Shuttle sorgt dafür, dass für jede Kuh ein neues Probefläschchen zur Verfügung steht. Anhand der Reihenfolge der Kühe in der Liste der Melkungen ordnet der Leistungsoberprüfer die Milchproben den einzelnen Kühen zu.

Die Übertragung der Probemelkergebnisse vom Melkroboter zur LKV-Zentrale erfolgt entweder durch den Leistungsoberprüfer oder per E-Mail als ADIS-Datensatz. Für Betriebe, die ihre Daten per E-Mail senden, wird die Milchleistungsprüfung etwas günstiger.

Diesen Betrieben stehen in MLP-Online zusätzlich wertvolle Auswertungen zur Verfügung. So können sie im AMS-Betriebsvergleich ihre eigenen Ergebnisse mit den Mittelwerten der anderen AMS-Betriebe in Bayern vergleichen. Je mehr Betriebe ihre Daten liefern, desto aussagekräftiger und regionaler kann der Vergleich erstellt werden.

Im Shuttle werden die Milchproben in der Reihenfolge der Melkung gesammelt Im Shuttle werden die Milchproben in der Reihenfolge der Melkung gesammelt

Übrigens

AMS-Betriebe mit einem Fett- und Eiweißanalysegerät benötigen die Ergebnisse der Milchleistungsprüfung zur regelmäßigen Justierung ihrer Messgeräte.

Das LKV stellt keine Shuttle zur Verfügung. Meist erwerben mehrere Betriebe gemeinsam ein Shuttle und tauschen es zum Probemelken aus.

Welches Prüf­ver­fah­ren passt zu mei­nem Be­trieb?

Der Landwirt kann bei der Milchleistungsprüfung zwischen verschiedenen Prüfverfahren wählen. Er kann die MLP entweder durch einen LKV-Probenehmer durchführen lassen, das ist die so genannte A-Methode. Er kann das Probemelken aber auch selbst mit dem LactoCorder durchführen, dann zählt er zu den Betrieben mit der so genannten B-Methode.

Außerdem kann der Landwirt auswählen, ob er nur bei einer Melkzeit oder morgens und abends die Milchleistungsprüfung durchführen lassen will. Je nachdem für welches System er sich entscheidet, sind die Gebühren nach Häufigkeit und nach der Art der Durchführung gestaffelt.

Alle Vor- und Nacharbeiten, wie die Aktualisierung der Daten oder die Bereitstellung der Gerätschaften übernimmt bei A- und B-Betrieben der Probenehmer. Die Übertragung der Probemelkergebnisse erfolgt durch den Leistungsoberprüfer per Internet in die Datenbank der LKV-Zentrale.

Gebühren

Die A-Methode wird durch den LKV-Probenehmer durchgeführt

Me­tho­de Milch­meng­en-
mess­ung
Milch­pro­ben
AS bei bei­den Melk­zei­ten Der Pro­be­neh­mer er­stellt ei­ne pro­port­i­o­na­le Misch­pro­be aus bei­den Melk­zei­ten
AT nur bei ei­ner Melk­zeit (ab­wechs­elnd zwi­schen Mor­gen- und A­bend­ge­melk) nur aus ei­ner Melk­zeit
AM bei bei­den Melk­zeiten nur aus ei­ner Melk­zeit (ab­wechs­elnd zwischen Morgen- und Abend­ge­melk)
Me­tho­de Aus­führ­ung
 
Mess­ge­rät
AS Pro­be­nehm­er 
 
 
 
 
Lacto­Corder, Trutester,
be­triebs­ei­ge­ne Mess­an­la­ge
oder Bal­ken­waa­ge
AT Pro­be­nehm­er 
 
 
 
Lacto­Corder, Trutester,
be­triebs­ei­ge­ne Mess­an­la­ge
oder Bal­ken­waa­ge
AM Pro­be­nehm­er bei der Melk­zeit mit der Pro­be­nah­me da­bei, Land­wirt bei der an­der­en Melk­zeit Lacto­Corder, be­triebs­ei­ge­ne Mess­an­la­ge

Die B-Methode wird nur durch den Betrieb selbst durchgeführt.

Me­tho­de Milch­men­gen-
mess­ung
Milch­pro­ben
BS bei bei­den Melk­zei­ten Es wird aus bei­den Ge­melk­en ei­ne pro­port­i­o­nale Pro­be in ei­ne Fla­sche ab­ge­füllt.
BT bei einer Melk­zeit (ab­wechs­elnd zwi­schen Mor­gen- und Abend­ge­melk)
 
nur aus ein­er Melk­zeit
BM bei bei­den Melk­zei­ten nur aus ein­er Melk­zeit (ab­wechs­elnd zwi­schen Mor­gen- und Abend­ge­melk)
Me­tho­de Aus­führ­ung
 
Mess­ge­rät
BS Betrieb 
 
 
 
 
Lacto­Corder oder be­triebs­ei­gen­e Mess­an­la­ge
AT Betrieb 
 
 
 
Lacto­Corder oder be­triebs­ei­gen­e Mess­an­la­ge
BM Betrieb 
 
 
 
Lacto­Corder oder
be­triebs­ei­gen­e Mess­an­la­ge
 
 
 

Der Leis­tung­sober­prü­fer – Ihr An­sprech­part­ner für die MLP

Leistungsoberprüfer in Aktion

Der Leistungsoberprüfer (LOP) bietet Ihnen eine umfassende Betreuung in allen Fragen der Milchproduktion. Er ist Ihr erster Ansprechpartner für die Milchleistungsprüfung.

  • Der Leistungsoberprüfer koordiniert das Probemelken, prüft die Ergebnisse und bespricht sie bei einem Folgebesuch mit Ihnen.
  • Zusätzlich zur Milchleistungsprüfung erfasst er viele Daten Ihrer Kühe und unterstützt Sie damit beim Herdenmanagement:
    • Kalbedatum, Kalbeverlauf, Anzahl und Geschlecht der Kälber
    • Anomalien und Missbildungen
    • Hornstatus
  • Er überprüft die Abstammung anhand der Besamungsdaten.
  • Er erstellt betriebsindividuelle Auswertungen und druckt Managementlisten, wie etwa die Deckdatenliste aus.
  • Er gibt Hinweise zur Optimierung der Eutergesundheit, zur Fütterung und zum Herdenmanagement.
  • Er gibt Hinweise zur Bullenauswahl und zum Fruchtbarkeitscontrolling.
  • Bei Bedarf gibt er Hilfestellung bei der Tierkennzeichnung und –registrierung.
  • Der Leistungsoberprüfer koordiniert die Entnahme und Versendung von Futterproben und erläutert die Untersuchungsergebnisse.

Durch seine regelmäßigen Betriebsbesuche hilft der Leistungsoberprüfer Schwachstellen frühzeitig zu erkennen und zu beseitigen bevor Probleme entstehen.

Bei spezifischen Fragestellungen kennt Ihr Leistungsoberprüfer den richtigen LKV-Spezialberater.

Die MLP ist die Grundlage für Zucht und Beratung

Milchviehhaltung ohne Milchleistungsprüfung ist wie Stochern im trüben Wasser. Nur die genaue Kenntnis der aktuellen Leistung und der Leistungsentwicklung ermöglicht eine exakte Berechnung des Nährstoffbedarfs und eine Kontrolle der Rationszusammensetzung. Die Milchleistung und die Fruchtbarkeitsdaten sind die Basis für die Zuchtwertschätzung und somit für die Selektion und Vererbungssicherheit Ihrer Zuchttiere. Dank des hohen Anteils an Kühen in Bayern in der Milchleistungsprüfung steht für jeden Zuchtbullen eine Vielzahl von Töchter-Informationen für die Zuchtwertschätzung zur Verfügung. Nur so können die hohen Genauigkeiten bei den geprüften Bullen erreicht werden. Auch die genomische Zuchtwertschätzung kommt nicht ohne eine umfassende Leistungsprüfung für die Kalibrierung aus. Denn zur Erstellung der Schätzformeln benötigt sie zusätzlich zu den genomischen Daten aus dem Gewebe auch die Zuchtwerte von Nachkommen geprüften Besamungsbullen.

Das LKV erstellt jährlich umfassende Auswertungen. Sie sind aufgrund der großen Tierzahlen, der komplexen statistischen Verfahren und der damit verbundenen hohen Aussagekraft bei Beratern und Fachbehörden sehr gefragt. Auch die wissenschaftliche landwirtschaftliche Forschung benötigt Informationen aus der Praxis z.B. für Untersuchungen zur Langlebigkeit, Fruchtbarkeit und Tiergesundheit.

Die Milch­leis­tungs­prü­fung un­ter stän­di­ger Qua­li­täts­kon­trol­le

Gesetzliche Grundlagen

Die Leistungsprüfung ist in der Anlage 1 zum Bundestierzuchtgesetz verankert.

In der Bayerischen Tierzuchtverordnung ist festgelegt, dass das LKV Bayern mit der Durchführung der Milchleistungsprüfung beauftragt ist

  • Milch­leis­tungs­prüfung bei Kü­hen
    • Milch­leis­tungs­prü­fung und Her­den­man­age­ment
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    • Wel­ches Prüf­ver­fahr­en passt zu mei­nem Be­trieb?
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