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  • Beitrag des LKV-Bayern zur Schweinezucht
    • Jungsauenselektionstest
    • Zuchtwertschätzung auf Fruchtbarkeit

Beitrag des LKV-Bayern zur Schweinezucht

Schweinezucht

Jungsauenselektionstest

In Herdbuchbetrieben ist der Jungsauenselektionstest Pflicht, bei den Ferkelerzeugern ist diese Prüfung freiwillig. Alle auf dem Betrieb befindlichen Jungsauen sind mit einem festgelegten Alter dem Test zu unterziehen. Die Tiere werden gewogen, ihr Exterieur bewertet und ihre Körperzusammensetzung mittels Ultraschalltest ermittelt. Anhand der Ergebnisse werden die Tiere in drei Wertklassen eingeteilt. In Herdbuchbetrieben können grundsätzlich nur Tiere der Wertklasse I zur Zucht aufgestellt werden. Tiere der Wertklassen I und II sind zum Verkauf an Ferkelerzeugerbetriebe zugelassen, während Tiere der Wertklassen III als nicht zuchttauglich gelten. Die LKV-Ringberater übertragen die Testergebnisse in die LuZ Datenbank . Diese Ergebnisse aus dem Jungsauenselektionstest sind die Grundlage für die Zuchtwertschätzung auf Mast- und Schlachtleistung bei Ferkelerzeugern, die ihre Jungsauen selber remontieren.

Zuchtwertschätzung auf Fruchtbarkeit

Zusammenführung der Datenbanken von Herdbuchzucht und Ferkelerzeuger

  • Die Fruchtbarkeit ist ein Merkmal mit geringer Erblichkeit. Um dennoch eine ausreichende Genauigkeit der Zuchtwertschätzung erzielen zu können, ist eine ausreichend große Datenbasis nötig. Die umfassende Datenerfassung in den Ferkelerzeugerbetrieben in Bayern kann hier einen wertvollen Beitrag leisten. Daher werden seit 2011 die Datenbanken der Herdbuchzucht und des LKV Bayerns zusammengeführt. So konnte die deutschlandweit umfangreichste Datenbasis zur Fruchtbarkeitsschätzung erreicht werden.

Neues Erfassungssystem führt zu höherer Sicherheit

Um die Erfassung der Abstammung der Sauen in Ferkelerzeugerbetrieben zu verbessern und zu erleichtern, wurde vom LKV-Bayern im Frühjahr 2012 die Stammdatenerfassung der nachgestellten Jungsauen neu programmiert. Durch Eingabe der EGZH-Testohrmarke von zugekauften Jungsauen wird diese komplett mit ihrem Datensatz der Herdbuchdatenbank in den Sauenplaner des Ferkelerzeugers eingelesen incl. Abstammung, Lieferbetrieb, Geburtsdatum etc… Diese direkte Übertragung minimiert Fehler.

  • Die neue Stammdatenerfassung führte zusammen mit weiteren Verbesserungen in der Erfassung der Jungsauen dazu, dass bei den aktuellen Landrasse-Ebern die Fruchtbarkeit im Mittel aus etwa 175 Würfen in Herdbuchbetrieben und 99 Würfen in Ferkelerzeugerbetrieben geschätzt werden konnte. Das heißt, die Sicherheit stieg dadurch von bisher 79 % auf 83 % an.

    Noch deutlicher waren die Verbesserungen bei den Edelschwein-Ebern. Dort wurde bisher die Fruchtbarkeit im Mittel der Eber aus der künstlichen Besamung aus 59 Würfen in der Herdbuchstufe geschätzt. Durch die Ferkelerzeugerbetriebe kamen 585 Würfe dazu, das heißt, jetzt kann die Fruchtbarkeit aus insgesamt 644 Würfen pro Eber geschätzt werden. Die Sicherheit der Zuchtwertschätzung stieg damit von 78 % auf 88 %.

Zu beiderseitigem Vorteil

Daten aus der Ferkelerzeuger-Stufe werden somit zunehmend für die Zucht verwendet. Die dadurch verbesserte Selektion in der Herdbuchzucht führt wiederum zu Fortschritten in der Ferkelerzeugerstufe. So wird die Schweinezucht in Bayern zu einem übergreifenden Projekt für 90 % der Sauen. Möglich wurde das nur, weil die Daten aus dem Institut für Tierzucht der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft und dem LKV-Bayern verknüpft werden konnten und weil die Ringberater und die beteiligten Betriebe eine sorgfältige Datenerfassung garantieren.

Die so erreichte Vergrößerung der Datengrundlage wird sicher die Fruchtbarkeit aber auch neue Merkmale mit geringer Erblichkeit wie etwa die Mütterlichkeit weiter steigern.

Da in der Ferkelerzeuger-Stufe die abgesetzten Ferkel, im Gegensatz zur Zuchtstufe, nicht ihrer Mutter sondern ihrer Amme zugeordnet werden, ermöglicht die Einbeziehung der Ferkelerzeuger-Daten in Zukunft voraussichtlich die Bearbeitung weiterer Zuchtziele. Die Erfassung von Merkmalen etwa zur Mütterlichkeit, Nutzungsdauer und Säugeleistung lassen auf dieser breiten Basis abgesicherte Zuchtfortschritte für die bayerische Schweinezucht erwarten.

Günther Dahinten LfL Inst. f. Tierzucht

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