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  • Anpaarungs­beratung mit OptiBull
    • Das Anpaarungs­programm OptiBull
    • Ausgewählte Menüpunkte von OptiBull
    • Nutzungsvarianten von OptiBull
    • Risikoanpaarungen vermeiden

Anpaarungs­beratung mit OptiBull

OptiBull

Das LKV Bayern bietet Ihnen eine komfortable und umfassende Anpaarungsplanung für Ihre Milchviehherde. In Zusammenarbeit mit Österreich wurde eine Internetanwendung programmiert, die Ihnen die Auswahl des optimalen Bullen für jede Kuh und jede Kalbin Ihrer Herde auf Zuchtwertbasis möglich macht. Per Mausklick können Sie damit in kurzer Zeit den perfekten Stier für Ihre Kuh finden. Sie haben zwei Möglichkeiten OptiBull zu nutzen, entweder über unseren LKV-Anpaarungsberater oder ohne Beratung über eine Betriebsfreischaltung.

Das An­paar­ungs­pro­gramm OptiBull

Bei OptiBull werden die in der LKV-Datenbank gespeicherten Stammdaten des Tieres, wie die Abstammung und falls vorhanden, die genetische Besonderheiten berücksichtigt, um Inzucht zu vermeiden sowie die Gefahr von Erbfehlern so gering wie möglich zu halten.

Außerdem können die ebenfalls in der Datenbank gespeicherten Leistungen, wie die Milchmenge, die Inhaltsstoffe, die Melkbarkeit oder die Fruchtbarkeit des Tieres herangezogen und die Schwachstellen im Exterieur, also die Rahmen-, Fundament- und Eutereigenschaften, gezielt für das Einzeltier erfasst werden. Bei der anschließenden Berechnung des optimalen Anpaarungswertes werden all diese Aspekte berücksichtigt und die Bullen mit dem besten Anpaarungswert als Vorschlag ausgegeben.

Euter

Eine große Bedeutung bei der Auswahl des optimalen Bullen hat der Gesamtzuchtwert, wobei aber immer, die von Ihnen festgelegten tierindividuellen Schwerpunkte berücksichtigt werden.

Im Programm können Sie zudem festlegen, wie der Gesamtzuchtwert gewichtet werden soll, wie mit genomischen Jungvererbern umgegangen wird oder welcher Grenzwert beim Zuchtwert des Bullen für den Kalbeverlauf bei Jungrindern gelten soll. Außerdem haben Sie die Möglichkeit sich für Ihren Betrieb einen eigenen Stierpool zusammenstellen, in welchen die Bullen aufgenommen werden, die auf Grund ihrer Zuchtwerte zu ihrer Herde passen. Um Ihnen die Bullensuche zu erleichtern wurde eine Verbindung zur LfL-Internetseite BaZI-Rind erstellt, auf der sämtliche Informationen zu allen verfügbaren Bullen enthalten sind.

Bullensuche in der Anpaarungsberatung

Ausgewählte Menüpunkte von OptiBull

  • Betriebsstatistik

    In der Betriebsstatistik erhalten Sie einen Überblick über die Leistungsstärken und -schwächen Ihrer Herde. Dabei wird Ihr Herdendurchschnitt in wichtigen Merkmalen wie etwa der Milchmenge, den Inhaltsstoffen, der Melkbarkeit oder der Persistenz mit dem Durchschnitt aller bayerischen Herden der gleichen Rasse verglichen.

  • Stierpool

    In diesem Menüpunkt können Sie sich individuell einen eigenen Stierpool zusammenstellen. Als Vorauswahl stehen bereits die Bullenpools des Zuchtverbands, der Besamungsstation und das gesamte Bayernangebot zur Verfügung. Aus diesen Pools können Sie die geeigneten Bullen für Ihre Herde herausfiltern und in den betriebseigenen Stierpool übernehmen.

  • Betriebsindividuelle Einstellungen

    In den betriebsspezifischen Einstellungen können Sie die Kriterien festlegen, mit denen Sie im Rahmen von OptiBull arbeiten möchten, sei es das Alter der Jungrinder zur ersten Besamung, der Stierpool oder die Inzuchtstufe.

  • Spezialtiere

    Unter dem Menüpunkt Spezialtiere können Sie Tiere kennzeichnen, welche zum Beispiel wegen Ausscheiden aus dem Betrieb, nicht mehr angepaart werden. In dieser Rubrik können Sie aber auch Tiere festlegen, die mit einem Bullen einer anderen Rasse gekreuzt werden sollen. So wird die Rückkreuzung zur Ausgangsrasse wieder möglich.

  • Tierliste

    Die Tierliste enthält alle Kühe, die sich derzeit im Bestand Ihres Betriebes befinden. Zusätzlich sind darin auch alle Jungrinder aufgelistet, die das von Ihnen unter dem Menüpunkt „Einstellungen“ festgesetzte Alter überschreiten. In der Tierliste sind für jedes Tier die Belegtage, das Sollkalbedatum, die Laktation, der Vater und der Muttervater aufgeführt. Die Auswahl des Einzeltieres erfolgt durch Anhaken.

  • Kuhschwerpunkte

    Die Kuhschwerpunkte sind das Herzstück des Programmes. Darin werden für jedes Tier die Schwachstellen im Leistungs- und im Exterieurbereich definiert. Durch Anhaken der einzelnen Kriterien können Sie leichte oder starke Schwächen definieren. Falls ein gravierender Mangel bei einem Tier besteht, können Sie zudem ein so genanntes K. o.-Kriterium setzen.

  • Anpaarungsvorschläge

    In den Anpaarungsvorschlägen werden für jedes Tier fünf Bullenvorschläge ausgegeben, rangiert nach dem optimalen Anpaarungswert (OAW). In diesen OAW fließen neben dem Gesamtzuchtwert vor allem die tierindividuell gesetzten Schwachstellen aus den Kuhschwerpunkten ein. Anpaarungen, bei denen das Risiko besteht, dass ein Kalb mit Erbfehler geboren wird, werden nicht angezeigt. Unter den Betriebsindividuellen Einstellungen können Sie diese Einstellung ändern.

  • Ausgewählte Bullen

    Als Hilfsmittel zur Bewertung der fünf vorgeschlagenen Anpaarungsbullen wurde eine grafische Darstellung geschaffen. In ihr werden je Einzeltier in einem Balkendiagramm die Stärken und Schwächen der fünf vorgeschlagenen Bullen in allen unter Kuhschwerpunkten angekreuzten Merkmalen abgebildet. Die Auswahl der optimalen Bullen wird Ihnen dadurch erleichtert.

  • Abstammungsregister

    Für jedes Tier können Sie über die Ohrmarkennummer das Abstammungsregister aufrufen. So ist es Ihnen möglich - zusätzlich zur einprogrammierten Inzuchtvermeidung - die Abstammung des Tieres bei der Auswahl des Besamungsbullen zu berücksichtigen.

  • Ausgeben und speichern der Bullenauswahl

    Bis zu drei ausgewählte Bullenvorschläge können Sie für jedes Tier abspeichern. Diese sind dann dauerhaft im Archiv vorhanden. Die Vorschläge können Sie Sich auch als Anpaarungsplan ausdrucken. Zusätzlich wird Ihnen eine Häufigkeitsverteilung der gewählten Bullen angezeigt. Darin können Sie ablesen, welche Bullen Sie wie oft als erster, zweiter oder dritter Vorschlag ausgewählt haben.

Nutzungs­varianten von OptiBull

Sie können zwischen zwei Möglichkeiten wählen, OptiBull zu nutzen, entweder in Zusammenarbeit mit einem unserer LKV-Anpaarungsberater oder selbstständig über eine Betriebsfreischaltung.

LKV-An­paar­ungs­beratung

Derzeit sind 20 spezialisierte LKV-Anpaarungsberater bayernweit aktiv. Sie erstellen zusammen mit über 1.000 Betrieben züchterische Strategien für deren Milchviehherden.

Unser LKV-Anpaarungsberater unterstützt Sie bei der Beurteilung von Schwachstellen in Ihrer Herde und bei der Suche nach dem optimalen Besamungsbullen. Er kommt zwei- bis dreimal jährlich auf Ihren Betrieb, bespricht mit Ihnen die angestrebte Zuchtstrategie, legt gemeinsam mit Ihnen die Schwerpunkte fest, bewertet das Exterieur der Tiere, sucht anschließend mit Hilfe von OptiBull die optimalen Anpaarungspartner heraus und bespricht das Ergebnis mit Ihnen.

Parnerauswahl in der Anpaarungsberatung

Beratung zur Zuchtstrategie des Betriebs

  • Erläuterung der Zuchtwertschätzung
  • Entwicklung einer Zuchtstrategie für den Betrieb mit Hilfe der Leistungsdaten aus der Milchleistungsprüfung
  • Einzelbetriebliche Analyse und Festlegung der Zuchtziele
  • Zuchthygiene, wie Inzuchtvermeidung und genetische Besonderheiten, wie zum Beispiel Erbfehler oder Hornlosigkeit
  • Vermarktungsstrategien
  • Herdenfruchtbarkeit
  • Auswirkung der Zucht auf die Wirtschaftlichkeit
  • Definition des Bullenpools
  • Exterieurbewertung der Herde
  • Festlegung des Anpaarungsplanes
  • Controlling des Anpaarungserfolg und der Nutzungsintensität

Einzeltierbezogene Zuchtberatung

  • Auswahl der geeigneten Tiere
  • Beratung zu den tierindividuellen Eingaben
  • Festlegung vorhandener Mängel und Stärken in den Leistungsmerkmalen
  • Festlegung von Exterieurschwächen in der Herde
  • Diskussion und Festlegung der vorgeschlagenen Bullen
OptiBull App

Was kostet die Anpaarungsberatung?

Die Gebühr für die Anpaarungsberatung besteht aus einem Grundbeitrag und einen Beitrag pro Kuh.

Der Bruttobetrag enthält inklusive die gesetzlichen MwSt. von 19 % sowie die Anfahrtskosten.

Betriebs­frei­schal­tung von OptiBull

Neben der Beratung durch unsere spezialisierten Anpaarungsberater haben Sie auch die Möglichkeit der Betriebsfreischaltung. Jeder Betrieb kann dadurch selbst die Schwächen in den Leistungsmerkmalen und im Exterieur erfassen und per Internet den optimalen Anpaarungspartner für seine Kühe ermitteln.

Risiko­an­paar­ungen vermeiden

Erbfehler führen häufig zu Totgeburten, Aborten, Missbildun¬gen, Schmerzen und Leiden der betroffenen Tiere und immer zu einem beträchtlichen wirtschaftlichen Schaden. Bis vor Kurzem konnte man Träger von Erbschäden oder genetischen Besonderheiten erst durch das wiederholte Auftreten von Missbildungen oder totgeborenen Kälbern nachweisen.

OptiBull App

Dank der modernen Genomforschung ist es heute möglich schon bei typisierten Besamungsbullen - das sind Besamungsbullen, bei denen ein Gentest durchgeführt wurde und deshalb das Erbgut bekannt ist - einige schädliche Erbanlagen nachzuweisen. Da Kühe meistens nicht typisiert werden, greift man bei Ihnen auf die Informationen ihres Väter bzw. ihrer Großväter zurück.

Erbfehler und genetische Besonderheiten treten oft nicht in Erscheinung, weil sie rezessiv vererbt werden. Daher zeigen mischerbige Tiere meist keinerlei Beeinträchtigungen. Schäden werden nur bei rezessiv reinerbigen Kälbern sichtbar. Das ist der Fall, wenn ein Kalb das schadhafte Gen von Mutter und Vater erhalten hat. Daher sollten Sie solche Risikoanpaarungen vermeiden.

Was ist eine Risikoanpaarung?

Von Risikoanpaarungen spricht man, wenn ein Bulle, der laut Gentest das Gen für einen Erbfehler in sich trägt, an eine Kuh angepaart wird, die möglicherweise auch den Erbfehler trägt, weil ihr Vater ebenfalls das entsprechende Gen im Erbgut aufweist.

Aus Anpaarung zweier Tiere, die beide den Erbfehler in sich tragen, erwartet man bei 25 % der Kalbungen Tiere, die kein schadhaftes Gen besitzen, bei 50 % der Kalbungen, Kälber, die den Erbfehler in sich tragen, aber keine sichtbare Schäden zeigen und in 25 % der Fälle geschädigte Kälber.

Ist allerdings von der Kuh nur bekannt, dass der Vater den Erbfehler in sich trägt, kann man nicht sicher sein, dass die Kuh den Erbfehler tatsächlich vom Vater geerbt hat. Man muss hier mit Wahrscheinlichkeiten arbeiten.

Solche Risikoanpaarungen lassen sich vermeiden, wenn man darauf achtet, dass bei einer Anpaarung nicht Vater und Mutter den gleichen Erbfehler in sich tragen. Mit der steigenden Zahl der identifizierten Erbfehler wird diese Überprüfung aber immer aufwändiger. Das Anpaarungsprogramm OptiBull erleichtert hier die Arbeit beträchtlich.

Risiko-Beurteilung in der Anpaarungsberatung

OptiBull schließt Risikoanpaarungen aus

  • Im Gegensatz zu vielen anderen Anpaarungsprogrammen ist OptiBull mit der Datenbank des LKV-Bayern verbunden. Somit stehen dem Programm jederzeit sämtliche Informationen über die Besamungsbullen sowie die Abstammung der Kuh über mehrere Generationen zur Verfügung. Tiere mit Erbschäden oder genetischen Besonderheiten sind in der Datenbank gekennzeichnet. Liegt eine Risikoanpaarung vor, schließt Optibull den Bullen aus.

Inzucht

Inzucht erhöht das Risiko von Schäden zusätzlich, denn bei der Anpaarung von Tieren mit einem gemeinsamen Vorfahren besteht die Gefahr, dass nicht nur einzelne der bisher nachweisbaren schadhaften Gene vererbt werden, sondern auch zahlreiche andere im Erbgut vorhandene, ungünstige Gene. Heute geht man davon aus, dass jedes Tier etwa fünf so genannte Defektallele in sich trägt, die in reinerbigem Zustand tödlich sind. Dazu kommen Gene, die zwar nicht tödlich sind, aber negative Auswirkungen auf die Leistung und die Fruchtbarkeit zur Folge haben. Man spricht hier von der Inzuchtdepression .

Das Programm OptiBull schließt Inzucht automatisch aus. Sie können dabei eingeben, wie viel Generationen bei der Anpaarung berücksichtigt werden sollen.

Sollen Bullen mit Erbfehlern grundsätzlich nicht eingesetzt werden?

Die intensive Forschung hat es möglich gemacht, dass heute erbliche Besonderheiten bereits im Erbgut nachgewiesen werden können. Damit ist nicht die Zahl der Erbfehler in den letzten Jahren gestiegen, sondern die Wissenschaft hat es ermöglicht, erbliche Besonderheiten früher aufzudecken. Würde man nun alle Besamungsbullen mit einer nachgewiesenen genetischen Besonderheit von der Zucht ausschließen, ginge viel wertvolles genetisches Potential verloren.

In Anbetracht der laufend steigenden Zahl an nachweisbaren genetischen Besonderheiten wäre das kaum verantwortbar. Daher wird allgemein empfohlen bei der Anpaarung von Trägern erblicher Besonderheiten Risikoanpaarungen zu vermeiden.

Nur bei bestimmten Erbfehlern, wie etwa bei der Spinnengliedrigkeit, die auch die tragende Kuh schädigt, werden mischerbige Besamungsbullen von der Zucht ausgeschlossen.

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